Test: Bin ich selbstunsicher?

Sie sind oft besorgt, unsicher und fühlen sich minderwertig? Sie haben große Angst vor Kritik und trauen sich nicht, „nein!“ zu sagen? Das würden Psychologen eine ängstlich-vermeidende Persönlichkeit nennen.

⏱️ Nur 8 Fragen
🗹 Testergebnis + Empfehlung sofort

schuechtern-vorsichtig-vermeidend
1. 

Ich fühle mich nicht schön und begehrenswert. Deshalb meide ich andere Menschen.

2. 

Weil ich große Angst habe, dass mich die Anderen nicht mögen könnten, bleibe ich oft lieber allein.

3. 

Wenn ich aufgeregt bin, finde ich nicht die richtigen Worte.

4. 

Ich lerne neue Menschen nur kennen, wenn sie den ersten Schritt machen.

5. 

Freunde ermutigen mich oft, mich mehr zu trauen und mehr aus meinem Leben zu machen.

6. 

Besonders gegenüber selbstbewussten Menschen fühle ich mich klein und eingeschüchtert.

7. 

Ich wäre gerne draufgängerischer und mutiger.

8. 

Wenn nach dem Weg fragen soll oder jemanden Unbekanntes anrufe bin ich sehr aufgeregt und gehemmt.

Was ist die ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung?

Die ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung ist eine psychische Erkrankung. Betroffene sind

  • äußerst angespannt,
  • machen sich übertrieben Sorgen
  • sind ständig verunsichert und
  • empfinden sich selbst als minderwertig.

Deshalb sehnen sie sich sehr nach Zuneigung und Anerkennung. Gleichzeitig sind sie sehr empfindlich gegenüber Kritik.

Viele Ängstlich-Vermeidende haben so große Angst vor Kritik und Verspottung, dass sie beginnen, soziale Kontakte zu vermeiden. Andererseits finden ihre Mitmenschen sie als besonders bescheiden, verlässlich und pflegeleicht. Weil sie selten “nein” sagen, sind sie oft auch recht beliebt.

Häufigkeit

Etwa 1,5 % der Bevölkerung leiden an der ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung. Männer und Frauen sind gleich oft betroffen. Sehr oft zeigen die Patienten auch Anzeichen einer sozialen Phobie. Auch eine gleichzeitige Computerspiel-Sucht ist recht häufig.

Symptome

Der Katalog der psychischen Erkrankungen DSM-5 listet 9 Symptome der ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung, von denen mindestens 4 erfüllt sein müssen:

  1. Wegen der Angst vor Kritik oder Zurückweisung vermeidet der Betroffene enge zwischenmenschliche Kontakte im Beruf.
  2. Vermeidet den Kontakt mit Menschen, wenn er nicht sicher ist, dass er gemocht wird.
  3. Hält sich in Partnerschaften und Liebesbeziehungen zurück, aus Angst vor Schamgefühlen oder Angst, lächerlich gemacht zu werden.
  4. Denkt viel daran, dass Andere ihn kritisieren oder abgelehnen könnten.
  5. Fühlt sich in ungewohnten sozialen Situationen (Kennenlernen neuer Menschen etc.) gehemmt, weil er glaubt, nicht gut genug zu sein.
  6. Denkt über sich selbst, ungeschickt, hässlich und schlechter als die Anderen zu sein.
  7. Aus Angst sich zu blamieren vermeidet er es, neue Unternehmungen oder neue Sachen auszuprobieren.

Ursachen

Als Ursachen vermutet man heute eine Kombination aus

  • genetischen Ursachen und
  • eine mangelhafte psychosoziale Entwicklung.

Bei ängstlich-vermeidenden Personen scheinen die Persönlichkeitsmerkmale Neurotizismus (emotionale Labilität) und Introversion stark ausgeprägt zu sein. Beide Persönlichkeitsmerkmale sind vererbbar.

Eine andere Erklärung ist, dass die Betroffenen in der Kindheit den Konflikt zwischen Bindung und Autonomie schlecht verarbeiten. Sie erfahren Zurückweisung und Abwertung von den Eltern, von Freunden oder anderen Bezugspersonen und verinnerlichen diese – was ungünstig ist. Sie entwickeln keinen gesunden Selbstwert, stattdessen bleiben sie in zukünftigen sozialen Beziehungen ängstlich und vorsichtig.

Therapie

Als beste Behandlung für eine ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung gilt die Verhaltenstherapie, eine Form von Psychotherapie. Sie wird als Einzel- oder als Gruppentherapie durchgeführt. Dabei sind Rollenspiele, Video-Feedback möglich.

Medikamente werden eher unterstützend eingesetzt, wenn Ängste oder Depressionen eine Rolle spielen.

Verlauf & Prognose

Ängstlich-vermeidende stecken in einem Teufelskreis aus Vermeidung und weiterer Isolation fest. Von alleine tritt nur selten eine Besserung ein.

Weil die Betroffenen jedoch selbst sehr unter der Situation leiden, sind sie häufig bereit, professionelle Hilfe bei Psychologen oder Ärzten zu suchen.

Die Chancen auf Besserung sind durch eine Psychotherapie (besonders Verhaltenstherapie) am besten. Genauere Prognosen lassen sich aus den bisherigen Studien nicht ableiten.