Dr. Armin Kaser | Psychologe in Innsbruck (Update 2021)

Ich bin Klinischer Psychologe und biete Online-Beratung zu Computerspiel-Sucht – Nur online im Video-Chat!Zur Buchung.

Sie suchen aber einen Psychologen mit Praxis in Innsbruck? Auch dann hilft Ihnen diese Seite weiter – mit Spezialisten und Anlaufstellen für jedes psychische Problem und wie viel das kostet.

Wie finden Sie einen Psychologen in Innsbruck?

Auf der Suche nach einem Psychologen, Psychiater oder Psychotherapeuten? Diese Seite hilft Ihnen

Am besten suchen Sie sich einen Spezialisten für Ihr Problem. Obwohl im Prinzip alle Psychologen (und Psychotherapeuten) jede psychische Störung behandeln können, spezialisieren sich die meisten Kollegen auf ein oder mehrere Störungsbilder.

Spezialisten für posttraumatische Belastungsstörungen machen z. B. Fortbildungen in EMDR, Kinderpsychologen sind gut mit der Schulpsychologie vernetzt. Spezialisten wissen besser Bescheid über passende Einrichtungen und Anlaufstellen in Innsbruck und Tirol.

Sie können also Listen von Psychologen abarbeiten:

  • Das Bundesministerium für Gesundheit führt eine Liste aller Psychologen Österreichs, sortierbar nach Wohnort und Spezialisierungen.
  • Der Bundesverband Österreichischer PsychologInnen listet (nur) seine Mitglieder auf psychnet.at.
  • Manche Psychologen tragen sich auch in Verzeichnisse von privaten Anbietern ein. Die bekanntesten alternativen Verzeichnisse sind psychologen.at und herold.at.

Oder Sie versuchen, gezielt einen Spezialisten für Ihr Problem zu finden. In Tirol und Innsbruck.

Die besten Adressen für Ihr Problem

Alkoholsucht

Sie suchen nach einer Behandlung oder Entzug von Alkohol? Wenden Sie sich an die Klinik Innsbruck. Sie ist die Entzugsklinik in Tirol.

Die Behandlung von Alkohol- und Drogensucht wird als “warmer Entzug” durchgeführt, d. h. Medikamente, helfen die Entzugserscheinungen wie Ängste, Unruhe, Kopfschmerzen, Krampfanfälle oder Delirium zu mildern. Zusätzlich wird an den psychischen Suchtursachen gearbeitet.

Im offenen Bereich der Psychiatrie bietet die Klinik Innsbruck einen stationären Alkoholentzug. Die Behandlung umfasst Einzel- und Gruppenpsychotherapien, Ergo- und Physiotherapie (Kochen, Nordic Walking), Sozialarbeit und Gespräche mit Angehörigen.

Das Gesundheitszentrum Mutters, wenige Kilometer von Innsbruck entfernt, ermöglicht eine anschließende ambulante oder stationäre Entwöhnungsbehandlung nach dem Entzug an der Psychiatrie Innsbruck (Erfahrungsbericht). Dauer: in der Regel 8 Wochen, die Kosten übernimmt die Krankenkasse.

Drogensucht

Entzug von Drogen, Heroin, Kokain etc. sollte unter psychiatrischer Aufsicht behandelt werden.

Die Psychiatrie Innsbruck bietet mit der Drogenambulanz psychologische Betreuung, Sozialarbeit für Drogensüchtige, Therapie aufgrund einer richterlichen Weisung und Begleitung bis zu einer stationären Aufnahme. In der Substitutionsbehandlung werden Opiat-Abhängige (Herion, Morphium, Tilidin) mit Ersatzstoffen behandelt, um Entzugserscheinungen zu mildern.

Die Suchtberatung Tirol beschäftigt ebenfalls Psychologen und bietet tirolweit Beratung und Betreuung für Drogenabhängige, deren Angehörigen und Bezugspersonen (PDF-Info), anonym und kostenlos.

Medikamentensucht

Die Behandlung von Medikamentenabhängigkeit (Schlaf-, Beruhigungsmittel, Benzodiazepine) wird in Tirol ebenfalls von der Drogenambulanz der Uniklinik Innsbruck und der Suchtberatung Tirol übernommen.

Depression, Burnout und Stimmungsschwankungen

Burnout (Erschöpfungsdepression) ist gut mit Psychotherapie, Verhaltenstherapie und Antidepressiva behandelbar.

Affektive Störungen wie Manie, Depression oder Bipolar werden klinisch-psychologisch, psychotherapeutisch und in schweren Fällen auch mit Psychopharmaka behandelt. Eine gute erste Anlaufstelle kann Ihr Hausarzt sein.

Die Psychiatrie der Klinik Innsbruck bietet Sprechstunden für Stimmungsschwankungen und Phasenprophylaxe an: Nach Information kann eine individuelle Behandlung durch Medikamente und Psychotherapie eingeleitet werden.

Außerdem werden an der Psychiatrie Innsbruck eine längerfristige, stationäre Therapie für bipolare Störungen und unipolare Depressionen für schwere Fälle angeboten. Behandelt wird mit Psychoedukation, Psychotherapie und Medikamenten.

Familien-, Paar- und Eheberatung /Paartherapie

Chronische Eifersucht kann auch mit Psychotherapie oder psychologischer Beratung gebessert werden.

Bei krankhafter Eifersucht ist die Lebensqualität durch das besitzergreifende Verhalten extrem eingeschränkt. Krankhafte Eifersucht wird psychologisch mit Verhaltenstherapie, Paartherapie und ggf. Medikamenten behandelt. Für Betroffene und Angehörige bietet die Psychiatrie Innsbruck eine Sprechstunde für Eifersucht an.

Für kürzere Beratungen bei Beziehungsproblemen sind Angebote der Caritas (kostenlos) und die Familienberatungsstelle des Landes Tirols (kostenlos) geeignet. Bei längeren und intensiveren Familien- oder Paartherapien sind niedergelassene Psychologen in eigener Praxis (privat bezahlt) die bessere Wahl.

Demenz

Demenz wird mit psychologischen Fragebögen und medizinischen, neurologischen Untersuchungen diagnostiziert.

Gedächtnissprechstunden (Memory-Klinik) sind die schnellste und einfachste Möglichkeit, einen Verdacht auf Demenz abzuklären.

In der Gedächtnissprechstunde der Uniklinik Innsbruck besteht die Demenz-Untersuchung aus einem Arztgespräch mit körperlich/neuropsychologischer Untersuchung, einer Blutabnahme und ein Schädel-CT/MRT als bildgebendes Verfahren und ggf. Planung der weiteren Therapie (z. B. in Tiroler Pflegeheimen).

Die Gerontopsychiatrische Ambulanz des Landeskrankenhaus Hall in Tirol bietet ebenfalls eine Gedächtnissprechstunde. Außerdem erhalten Sie Sozialberatung zum Thema Demenz, z. B. Informationen zu ambulanten Einrichtungen wie Pflegediensten, Essen auf Rädern, Hausnotruf, Heim- und Familienhilfe, Hilfe bei Anträge auf Reha oder der Suche nach einem Heimplatz.

Krisenintervention

Für psychiatrische Akut- und Notfälle stehen im geschlossenen Bereich der Psychiatrie Innsbruck 10 Betten bereit.

Das Kriseninterventionsteam Tirol (KIT) wird auch bei schweren Unfällen gerufen.

Bei psychologischen Krisen (z. B. plötzlicher Kindstod, außergewöhnliche Todesfälle, schweren Unfällen, Suiziden von Angehörigen, Großschadensereignissen) können Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und Notarzt das Kriseninterventionsteam (Rotes Kreuz) anfordern. Die psychologisch geschulten Fachkräfte helfen kurzfristig bei der emotionalen Stabilisierung während der ersten Stunden.

Schizophrenie

In der Psychosensprechstunde der Psychiatrie Innsbruck werden stationäre und ambulante Schizophrenie-Patienten betreut. Jedem Patienten ist ein Case Manager zugeteilt, der hauptverantwortlich für den Patienten ist.

Probleme in Schule

Die Schulpsychologie Innsbruck/Tirol ist kostenlos. Hilfe bei Mobbing, Cybermobbing, ADHS und Lernschwierigkeiten.

Die Schulpsychologie ist ein guter Ansprechpartner, wenn das Kind nicht lernen will/kann, nur sehr unwillig in die Schule geht, in mehreren Fächern große Schwierigkeiten hat, in der Klasse durch ständige Störungen und destruktives Verhalten auffällt oder die Lehrer Sie bitten, mit dem Kind zum Schulpsychologen zu gehen.

Die Tiroler Schulpsychologie ist nicht an eine Schule angeschlossen. Sie können die schulpsychologischen Beratungsstellen direkt kontaktieren. Die Beratung ist kostenlos und umfasst:

  • Diagnose: Verhaltensbeobachtung und psychologische Testung zu Intelligenz, Entwicklungsstörungen, ADHS, Schulreife u. v. m.
  • Psychologische Beratung zu Problemen in der Schule. In Ausnahmefällen auch therapeutische Maßnahmen über mehrere Sitzungen.
  • Krisenintervention: etwa bei drohendem Schulabbruch oder -ausschluss, Selbstmorddrohungen oder Suizidgedanken, familiären Problemen (Scheidung, Tod) und Tod eines Mitschülers.
  • Bildungsberatung zur Schul- und Berufswahl: Tests und Gespräche, um Begabungen und Interessen zu erkennen und den richtigen Ausbildungsweg oder Beruf zu ergreifen.

Probleme im Studium

Die Studierendenberatung der Universität Innsbruck hilft bei psychologischen Beschwerden.

Die Studentenberatung ist eine offizielle Einrichtung der Universität Innsbruck, um Ihren StudentInnen bei psychologischen Problemen zu helfen. Die Studentenberatung ist kostenlos und hilft bei:

Trauma und posttraumatische Belastungsstörung

PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung) kann mit Psychotherapie behandelt werden.

Naturkatastrophen, Kriege, Kindesmisshandlungen, Vergewaltigungen oder Unfälle können ein Psychotrauma auslösen. Die bekannteste Form davon ist die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS).

Die wirksamsten Methoden zur Traumatherapie sind EMDR und kognitive Verhaltenstherapie. Helfen kann die Psychotraumatologie der Psychiatrie Innsbruck.

Selbsterfahrung und Persönlichkeitsentwicklung

Psychologische Selbsterfahrung wird z.B. in der Ausbildung zum klinischen Psychologen, zum Psychotherapeuten oder zum Facharzt für Psychiatrie (Psychotherapeut) vorgeschrieben.

Man kann auch zum Psychologen, ohne an einer behandelnswerten Störung zu leiden. In der Selbsterfahrung (nicht-therapeutisch) lernt man sich selbst besser kennen, seine Stärken und Schwächen, seine Motive und Verhaltensmuster.

Manchen geht es darum, dem Leben eine neue Richtung zu geben oder einen Sinn darin zu finden – in Zusammenarbeit mit einem Psychologen oder Psychotherapeuten.

Anders ist das in der therapeutischen Selbsterfahrung, die Bestandteil der Ausbildung zum klinischen Psychologen oder Psychotherapeuten ist. Der/die Auszubildende erfährt dabei in der Rolle des Patienten die Methode und Wirkung von psychologischen und psychotherapeutischen Techniken.

Meine Empfehlung: Die günstigsten Angebote zu Selbsterfahrung erfragen Sie immer bei den Ausbildungsinstituten (AAP, Schloss Hofen etc.) oder in einschlägigen Facebookgruppen. Selbsterfahrung zur Ausbildung zum Klinischen Psychologen kostet ca. 15 € in der Gruppe und ca. 50 € im Einzel (pro Einheit).

Supervision

Supervision hilft Fachleuten in ihrer täglichen Arbeit.

Psychologen und Psychotherapeuten, aber auch Sozialarbeiter, Erzieher, Ärzte oder Lehrer selbst nutzen Supervision bei Psychologen. Supervision hilft, mit schwierigen Situationen im eigenen Beruf besser umzugehen.

In der Ausbildung zum Klinischen Psychologen ist eine bestimmte Anzahl von Supervisionseinheiten vorgeschrieben. So soll die Qualität der psychologischen und psychotherapeutischen Arbeit in Österreich sichergestellt werden.

Meine Empfehlung: Die günstigsten Angebote zu Supervision werden von den Ausbildungsinstituten (AAP, Schloss Hofen etc.) vermittelt. Die Angebote der niedergelassenen Psychologen starten bei 20 €/Einheit für Supervision in der Gruppe und 50 € für Einzelsitzungen. Regelmäßige Angebote finden sich auch in der Facebookgruppe Ausbildung Klinische Psychologie.

Wie viel kostet ein Psychologe?

Generell sind Psychologen privat zu bezahlen. Ausnahme ist die psychologische Diagnostik bei psychischen Störungen.

Kassenleistung | Diagnostik bei psychischen Störungen

Wieviel kostet eine Stunde beim Psychologen?

Wenn der Psychologe das Vorliegen einer psychischen Störung abklären soll, bezahlt die Krankenkasse. Psychische Störungen sind z. B. Depression, ADHS, Ängste, Zwänge oder Persönlichkeitsstörungen.

Beispiel: Der Psychologe soll feststellen, ob Sie an einer Depression leiden. Dazu spricht er mit Ihnen, macht mit Ihnen den psychologischen Test „Beck-Depressions-Inventar“. Danach besprechen Sie, welche Möglichkeiten es für Sie gibt (z. B. psychologische Behandlung, Antidepressiva…).

Damit die Krankenkasse am Ende die Kosten übernimmt, brauchen Sie eine ärztliche Zuweisung von einem Kassen- oder Wahlarzt. Mit der Zuweisung suchen Sie aus der Liste der Krankenkasse einen Vertrags- oder Wahlpsychologen aus.

Psychologische Behandlung ist in Österreich privat zu bezahlen.
  • Vertragspsychologen (≈Kassenpsychologe) rechnen direkt mit der Krankenkasse ab. Die Krankenkasse bezahlt den vollen Betrag.
  • Wahlpsychologen haben keinen Vertrag mit der Krankenkasse. Sie bezahlen die Diagnostik zuerst selbst. Die Honorarnote (≈Rechnung) reichen Sie zur Kostenerstattung bei Ihrer Krankenkasse ein. Sie bekommen (nur) 80 % jenes Betrages, den ein Vertragspsychologe bekommen würde, von der Krankenkasse zurück.

Privat bezahlt | Sonstige psychologische Diagnostik

Es gibt auch psychologische Diagnostik abseits von psychischen Störungen. z. B. Aussagen über Einschulung von Kindern, Studienzulassung, Berufseignung, Fahrtauglichkeit u. v. m. Diese müssen sie selbst bezahlen.

Psychologische Behandlung | Privat bezahlt

Eine klinisch-psychologische Behandlungseinheit (50 Minuten) kostet meist 80-100 €. Am besten fragen Sie schon beim Vereinbaren des Termins, welche Kosten auf Sie zukommen. Die Frage muss Ihnen nicht peinlich sein.

Psychologische Gutachten

Der Tätigkeitsvorbehalt bedeutet, dass nur klinische Psychologen psychologische Gutachten erstellen dürfen.

Psychologische Gutachten können ausschließlich von klinischen Psychologen erstellt werden. Sie klären z. B. Fragestellungen zu Arbeitsfähigkeit, Waffenbesitz, Verkehrspsychologie.

Die Kosten richten sich meist nach Zeitaufwand, oft werden 120 €/Stunde berechnet, manchmal ist der Betrag auch gesetzlich festgelegt, z. B. bei Gerichtsgutachten.

Gutachten für die Ausbildung zum Klinischen Psychologen

Für die Anmeldung zur postgraduellen Ausbildung Klinischer Psychologie wird ein klinisch-psychologisches Gutachten benötigt, das die psychische Gesundheit und Eignung des Kandidaten nach Psychologengesetz § 7 sicherstellt. Ausschlussgründe sind z. B.:

  • Wenn eine psychische Störung die Tätigkeit als klinischer Psychologie unmöglich machen würde
  • Mangelnde Verlässlichkeit oder Glaubenswürdigkeit
  • nicht ausreichende Belastbarkeit, Stresstoleranz oder Reflexionsvermögen
  • Mangelnde Empathie, Beziehungs- und Distanzierungsfähigkeit

Das Gutachten muss privat bezahlt werden, kann aber als Werbungskosten steuerlich abgesetzt werden. In der Regel wird in 1,5 bis 2 Stunden ein ausführliches Explorationsgespräch geführt und dann mit psychologischen Tests die Persönlichkeit des Kandidaten geprüft.

Der Gutachter kann über Dauer und eingesetzte Methoden und Tests aber frei entscheiden, deshalb sind die Kosten sehr unterschiedlich. Vor allem im Raum Wien finden sich günstige Angebote um pauschal 150 €, aber auch Preise über 500 € werden berichtet. Empfehlungen für den Raum Innsbruck gebe ich auf Nachfrage gerne.

Waffenpsychologisches Gutachten/Waffenverlässlichkeitsprüfung

Waffenpsychologische Gutachten werden z. B. von Polizisten verlangt.

Wer in Österreich eine Schusswaffe erwerben will, muss sich vorher ein gesetzlich vorgeschriebenes Gutachten besorgen. Dabei wird die emotionale Stabilität, Selbstkontrolle und Risikobereitschaft untersucht.

Die Untersuchung dauert in der Regel 2 Stunden und kostet gemäß Gesetz 283,20 €. Nicht alle Psychologen bieten dieses Gutachten an, weil sie dafür zusätzliche Voraussetzungen vorweisen müssen. Eine recht aktuelle Liste führt die “Interessengemeinschaft Waffenrecht in Österreich”.

Psychologisches Gutachten bei Adipositas

Dieses Gutachten benötigen Sie für eine Magenbypass-, Schlauchmagen- oder Magenband-Operation. Mit psychologischen Tests wird die Persönlichkeit, mögliche psychische Begleiterkrankungen oder die Emotionsregulation geprüft. Im Anamnesegespräch werden Punkte wie

  • Essverhalten (heute und in der Kindheit),
  • Bisherige (erfolglose) Maßnahmen,
  • Körperliche Aspekte: gewichtbedingte Krankheiten, Einschränkungen und Schäden,
  • Psychische Aspekte: Leidensdruck, Selbstwert, Umgang mit negativen Gefühlen, Wünsche und Hoffnungen, Suizidgefahr besprochen.

Eine Liste spezialisierter Adipositas-Chirurgen Tirols führt die Österreichischen Gesellschaft für Adipositas-Chirurgie. Das Adipositas-Gutachten kostet ca. 250 €, die von der Krankenkasse teilweise rückerstattet werden können.

Psychologisches Gutachten vor Schönheitsoperationen

Manche Schönheitschirurgen verlangen ein psychologisches Gutachten vor dem Eingriff.

Manche Chirurgen verlangen für größere ästhetische-chirurgische Operationen ein psychologisches Gutachten. Die psychologische Untersuchung 1-2 Stunden.

Neben einem ausführlichen Anamnesegespräch über Ihren Leidensdruck und den Gründen für die Operation sind psychologische Tests zur Persönlichkeit, zum eigenen Körperbild, zu psychischen Symptomen oder Körperdysmorphie üblich. Dieses Gutachten für eine Schönheits-OP muss privat bezahlt werden und kostet ca. 250 €.

<Liste der Psychologen wird noch ergänzt>

Psychologisches Gutachten für Adoption

Wer ein Kind adoptieren möchte, benötigt in Österreicht ein psychologisches Gutachten.

Wer in Österreich ein Kind adoptieren will, benötigt auch ein psychologisches Gutachten.

In der Begutachtung werden vor allem der Kinderwunsch, die Motivation zur Adoption, gegebenenfalls Ihre Partnerschaft, Geschwisterkinder und erweiterte Familienstruktur und Ihre Erwerbstätigkeit und finanzielle Situation besprochen.

Das Gutachten für Adoption kostet ca. 300 € und muss privat bezahlt werden. Ein guter Ansprechpartner bei Adoptionen ist die Adoptionsberatung der Caritas Tirol.

Psychologisches Gutachten bei Arbeitsunfähigkeit

Psychologische Gutachten können Voraussetzung für eine Frühpensionierung wegen Krankheit oder Arbeitsunfähigkeit sein.

Bei Anträgen zur Verlängerung des Krankenstandes, einem Pensionsantrag, bei Invaliditätspension oder Berufsunfähigkeit kann ein psychologisches Gutachten nötig werden. Dabei wird geprüft, ob psychische Erkrankungen (z. B. Depressionen, Burnout) vorübergehend oder dauerhaft arbeitsunfähig machen.

Im Anamnesegespräch werden die psychischen Belastungen und der Leidensdruck erhoben. Mit psychologischen Tests können die Persönlichkeit, kognitive Leistungsfähigkeit und Schwere der psychischen Beeinträchtigung festgestellt werden.

Die Untersuchung zur Arbeitsunfähigkeit dauert ca. 2-3 Stunden und kostet ca. 350 €. Ein guter Ansprechpartner für Informationen zur Arbeitsunfähigkeit ist die Arbeiterkammer.

Psychologisches Gutachten bei Demenzverdacht

Demenz (Alzheimer) ist eine fortschreitende Beeinträchtigung der Gehirnfunktion. Mit Medikamenten (Antidementiva) kann versucht werden, den Verlauf zu verlangsamen. Deshalb ist eine frühe Diagnose wichtig.

Eine Untersuchung zu Demenz beinhaltet mindestens ein Anamnesegepräch und psychologische Testung (z. B. mit dem Mini-Mental-Test).

Außerdem wird bei älteren Menschen eine Depression oft als Demenz falsch interpretiert. Dann leiden die Patienten unnötig, denn eine Depression kann gut behandelt werden.

Die Untersuchung zu Demenz dauert ca. 2 Stunden. Im Anamnesegespräch werden psychische Symptome (Interessenverlust, Reizbarkeit, Überforderung) abgefragt. Neuropsychologische Tests wie Mini-Mental-Status-Test oder der Uhren-Zeichen-Test überprüfen Konzentration, Kurzzeitgedächtnis, Sprache und Orientierung.

Gute Ansprechpartner sind die Demenzhilfe Tirol und die Gedächtnissprechstunde der Klinik Innsbruck.

Psychologisches Gutachten für Vollnarkose beim Zahnarzt

Wenn sich die Angst vor dem Zahnarzt sich bis zur Zahnarztphobie steigert, ist ein Zahnarztbesuch nur mit Narkose möglich.

Angst und Panik beim Zahnarztbesuch können psychologisch behandelt werden.

Symptome einer Zahnarztphobie sind Schweißausbrüche, Herzrasen, Übelkeit, starke Angstzustände und das Aufschieben von Kontrollbesuchen auch bei starken Beschwerden.

Die Krankenkasse kann die Kosten der Narkose (teilweise) übernehmen, wenn der Patient ein klinische-psychologisches Gutachten über seine Zahnbehandlungsphobie vorlegen kann.

Die Untersuchung dauert ca. 1,5 Stunden und besteht aus einem ausführlichen Anamnesegespräch und psychologischen Tests.

<Liste der Psychologen wird noch ergänzt>

Der Unterschied: Psychologe, Psychotherapeut und Psychiater

Die Berufsgruppen unterscheiden sich erster Linie in den Ausbildungswegen. Deshalb sind bestimmte Tätigkeiten gesetzlich Psychologen und Psychiatern vorbehalten.

Klinischer PsychologePsychotherapeutPsychiater
StudiumPsychologie-Studiumnicht VoraussetzungMedizin-Studium
AusbildungKlinische AusbildungPsychotherapie-AusbildungFacharzt-Ausbildung
Dauer min. 7 Jahre min. 5 Jahremin. 12 Jahre
ArbeitsweiseAuswahl aus allen psychologischen MethodenAusbildung in einer Therapiemethodev. a. Medikamente verschreiben, teilweise auch Psychotherapie
LeistungenDiagnostik +
Behandlung +
Gutachten
BehandlungDiagnostik + Behandlung
Kostenübernahme
Krankenkasse
<wird ergänzt><wird ergänzt><wird ergänzt>

Psychologe vs. Klinischer Psychologe

Für ein Psychologie-Studium in Österreich muss man einen Aufnahmetest (Aufnahmeverfahren) ablegen

Bis zum Diplom oder Master dauert das Psychologiestudium mindestens 5 Jahre. Studieren kann man (mit Aufnahmetest) entweder an einer Universität (Innsbruck) oder einer privaten Fachhochschule (UMIT in Hall in Tirol).

Innerhalb der Regelstudiendauer muss man an den staatlichen Universitäten keine Studiengebühren zahlen. Private Universitäten sind hingegen sehr teuer.

Uni/FHBundeslandStudierende/JahrStudiengebühren
Uni InnsbruckTirol260 0 €
Uni Graz Steiermark 2300 €
Uni Salzburg Salzburg200 0 €
Uni KlagenfurtKärnten115 0 €
Uni WienWien485 0 €
UMIT PUHall in Tirol6534.000 €
Sigmund Freud PU Wien5065.000 €
Karl Landsteiner PUKrems/Donau4044.000 €

Der Klinische Psychologe ist eine österreichisches Unikat: Um als Psychologe in Österreich tatsächlich mit Patienten arbeiten zu dürfen, reicht das Psychologiestudium noch nicht.

Dazu muss an das Psychologiestudium eine 2-jährige Ausbildung zum Klinischen Psychologen angehängt werden. In Theorie und Praxis werden Themen wie Psychopathologie, Psychopharmakologie, Psychiatrie und Neurologie abgedeckt. Der österreichische Klinische Psychologe entspricht also am ehesten dem deutschen Psychologischen Psychotherapeuten.

In Innsbruck halten folgende private Institute Lehrveranstaltungen ab:

InstitutStandorteKandidatenKosten
AAP – Österreichsche Akademie für Psychologie7 (inkl. Innsbruck)ca. 2304.700 €
ÖAP/BÖP – Österreichische Akademie für Psychologie6 (inkl. Innsbruck)ca. 1804.830 €
Schloss Hofen2 (inkl. Innsbruck)ca. 405200 €

Nur mit dieser Ausbildung darf der Klinische Psychologe Diagnosen (z. B. “Sie haben eine Depression.”) und psychologische Befunde und Gutachten erstellen. Psychologen ohne klinische Ausbildung oder Psychotherapeuten dürfen das nicht. Ob ein bestimmter Psychologe auch die Zusatzausbildung absolviert hat, erkennen Sie daran, ob er in der offiziellen Liste des Bundesministeriums gelistet ist.

Psychiater vs. Psychologe

Psychiater dürfen Antidepressiva, Neuroleptika oder Stimmungsstabilisierer verschreiben.

Der Psychiater ist der Facharzt für die Behandlung psychischer Erkrankungen. Psychiater wird man, indem man das Diplomstudium Humanmedizin absolviert und anschließend ein Klinisch-Praktischem Jahr (KPJ) und eine Facharztausbildung für Psychiatrie anhängt.

Der größte Unterschied zum Psychologen: Weil der Psychiater ein Medizinstudium absolviert hat und Arzt ist, darf er Medikamente verschreiben, z. B. Antidepressiva.

Psychotherapeut vs. Psychologe

Für Kinder und Jugendliche gibt es extra Modellplätze

Ein Psychotherapeut hat (meistens) nicht Psychologie studiert, es können auch Sozialarbeiter, Krankenschwestern, Kindergärtnerinnen oder Lehrer sein, die eine mehrjährige Psychotherapieausbildung absolviert haben. Psychotherapeuten sind deshalb meistens nicht zugleich Psychologe: nur 22 % der Psychotherapeuten haben Psychologie studiert. Psychotherapeuten dürfen laut Psychotherapiegesetz psychische Krankheiten zwar behandeln, jedoch keine Diagnosen erstellen oder psychologische Gutachten verfassen.

Im Gegensatz zu Psychologen oder Psychiatern gibt es in der Psychotherapie verschiedene Verfahren (“Schulen”), für die sich Psychotherapeuten in der Ausbildung entscheiden. Diese Psychotherapie-Verfahren unterscheiden sich darin:

  1. Wie sie die Persönlichkeit von Menschen erklären
  2. Wie sie die Entstehung von psychischen Störungen erklären
  3. Welche Methoden Sie für die Behandlung von psychischen Störungen anwenden.

Für welche Richtung (oder “Psychotherapie-Schule”) sich die angehenden Therapeuten entscheiden, hängt neben dem eigenen Interesse oft auch von den der Entfernung zum Ausbildungsort ab. Und nicht zu vergessen: Wie viel die Ausbildung kostet.

Verhaltenstherapie (65 Psychotherapeuten in Innsbruck) ist recht beliebt, weil günstig in der Ausbildung (ca. 27.700 €), wissenschaftlich gut untersucht und praxisorientiert. In der Verhaltenstherapie werden psychische Erkrankungen als Ergebnis von ungünstigen Lernerfahrungen gesehen.

Deshalb werden in der Verhaltenstherapie ungünstige Denkmuster bearbeitet und neue, bessere Verhaltensweisen gelernt und eingeübt. Es wird mit konkreten Situationen und Problemen aus dem Alltag gearbeitet und gezielt auf die Zeit nach der Therapie vorbereitet. Eine Verhaltenstherapie könnte Ihnen gefallen wenn Sie schnelle Erfolge möchten (1x pro Woche, 25-60 Sitzungen sind üblich) und gerne konkret, alltagsrelevant und planvoll vorgehen.

Psychodrama (64 Psychotherapeuten) ist in Innsbruck ebenfalls recht verbreitet, weil die Psychotherapie-Ausbildung zu Psychodrama z. B. von der Universität Innsbruck verhältnismäßig günstig angeboten wird (ca. 25.600 €). Psychodrama könnte Ihnen gefallen wenn Sie eher eine lebendige Therapie möchten: so werden etwa in Rollenspielen verdrängte Motive und Gefühle aufgespürt.

Die Psychoanalyse (91 Psychotherapeuten, ab 47.000 €) steht, je nach Therapeut, mehr oder weniger in der Tradition des bekanntesten Psychoanalytikers überhaupt: Sigmund Freud. Es geht um Ich, Es und Über-Ich, um Triebe, Libido und Ödipuskomplex. Träume werden gedeutet, Patient und Therapeut versuchen inneren Konflikten und dem Unbewussten auf die Spur zu kommen. Klassisch im Liegen auf der Couch – oder etwas moderner im Sitzen. Psychoanalyse könnte Ihnen gefallen, wenn Sie sich gerne mit Ihrer Vergangenheit beschäftigen und Sie viel Zeit mitbringen: 160-300 Sitzungen, 2-4 Sitzungen pro Woche sind üblich.

Und welche Verfahren wenden Klinische Psychologen an?

Die Ausbildung zum klinischen Psychologen umfasst einen theoretischen und einen praktischen Teil.

Klinische Psychologen wählen frei aus allen Behandlungsmethoden und Techniken, die sich in wissenschaftlichen Untersuchungen als wirksam erwiesen haben.

Dadurch können sie ganz gezielt die beste und passendste Behandlungsmethode – von Verhaltenstherapie, Psychoanalyse oder systemische Schule – aussuchen, die genau zu Ihrem Problem, Ihrer Störung und auch zu Ihren persönlichen Präferenzen passt.

Für viele psychische Erkrankungen gibt es spezielle psychologische Techniken. Etwa EMDR zur Behandlung von posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS), kognitive Verhaltenstherapie gegen Depressionen, Konfrontationstherapie gegen Ängste und Phobien, klinisch-psychologische Programme für Schmerzbewältigung, Retraining bei Tinnitus, Entspannungsmethoden wie Autogenes Training bei Stress und Burnout.

4 Tipps, um den Richtigen auszuwählen

Psychologische Behandlung wirkt am besten, wenn die Chemie zwischen Psychologe und Patient passt – das wurde in wissenschaftlichen Studien eindeutig nachgewiesen. Aber wie finden Sie den Richtigen?

Sollten PsychologIn und PatientIn dasselbe Geschlecht haben?

Ich verwende der Leserlichkeit halber auf meiner Website die männliche Form. Dabei sind die meisten PsychologInnen (78 %) und PsychotherapeutInnen (77 %) Frauen. Sollten sich aber Männer einen Psychologen nehmen, Frauen eine Psychologin?

Moderne Studien, die diese Geschlechterpassung untersucht haben, haben kaum einen Zusammenhang gefunden. Nur bei der Konstellation „männlicher Therapeut + männlicher Patient“ zeigte sich ein kleiner Vorteil: Diese Therapien werden weniger oft abgebrochen.

GeschlechterpassungEffekt
👨 Psychologe + 👨 Patient👍 Weniger Therapieabbrüche
👨 Psychologe + 👩 PatientinKein Unterschied
👩 Psychologin + 👨 PatientKein Unterschied
👩 Psychologin + 👩 PatientinKein Unterschied

Wenn Sie das Gefühl haben, lieber einen Therapeuten des gleichen Geschlechts zu haben, ist das o.k. Wissenschaftlich betrachtet spielt das für den Therapieerfolg aber keine große Rolle.

Sind Frauen (oder Männer) generell bessere PsychologInnen?

Es ist ein altes Vorurteil, dass männliche Therapeuten kompetenter wären, Frauen hingegen geduldiger, sensibler und besser geeignet für helfende Berufe. Moderne Studien bestätigen nichts davon.

Ist das Alter und die Erfahrung des Psychologen wichtig?

Das Alter des Psychologen spielt keine Rolle.

Ältere Therapeuten sind besser durch mehr Lebens- und Berufserfahrung? Dafür konnten wissenschaftliche Studien nie Beweise finden. Im Gegenteil zeigten Untersuchungen, junge, frische Psychotherapeuten genauso gut waren.

Das gilt sogar für Kollegen, die noch in der Ausbildung sind – also z. B. vor Abschluss der Psychotherapieausbildung Praxiserfahrung sammeln. Sie arbeiten schon ganz normal mit Patienten unter der Bezeichnung “Psychotherapeut in Ausbildung”.

Checkliste: Was sollte beim Erstgespräch besprochen werden?

Mit einer Checkliste vergessen Sie keine Fragen

Klären Sie jedenfalls im Erstgespräch oder am besten schon vorab am Telefon diese Punkte:

  1. Was sind Ihre Erwartungen, Vorstellungen?
  2. Welches Therapieziel möchten Sie erreichen?
  3. Wie lange soll die Therapie (grob geschätzt) dauern?
  4. Wie hoch ist das Stundenhonorar?
  5. Wie sollen die Rechnungen beglichen werden?
  6. Soll privat bezahlt werden oder kommen Kassenzuschüsse und andere Modelle infrage?
  7. Was passiert bei Urlaub, Ausfällen oder Absagen wegen Krankheit?

4 Tipps, um schnell einen Psychologen zu finden

Schnell einen Psychologen oder Psychotherapeuten finden
  1. Bezahlen Sie privat: Von der Krankenkasse bezahlte Therapieplätze (“Modellplätze”) sind begrenzt (z. B. bei der Österreichischen Gebietskrankenkasse nur 6 Plätze pro Therapeut). Selbstzahler bekommen deshalb eher einen Platz.
  2. Lassen Sie sich verweisen: Hat ein Psychotherapeut keinen Platz für Sie frei, fragen Sie noch am Telefon nach einer Empfehlung. Oft kennt er einen Kollegen, der noch Kapazitäten hat.
  3. Rufen Sie zum richtigen Zeitpunkt an: Einheiten beim Psychotherapeuten beginnen meist zur vollen Stunde, dauern aber nur 45 oder 50 Minuten. Das heißt, zwischen in diesen 10 Minuten hat er am ehesten für Sie Zeit (z. B. von 14:50 bis 15:00 Uhr).
  4. Online-Beratung: Manche Psychotherapeuten bieten inzwischen auch Beratung per Video-Chat an. Dann sind Sie nicht mehr auf Psychotherapeuten in Ihrer Umgebung beschränkt, haben also mehr Auswahl. In der Regel müssen Sie die Beratung aber dann privat bezahlen.

Viel Erfolg bei der Suche!

5+ günstige Alternativen zum Psychologen

Psychlogische Behandlung kann teuer werden. Für einkommensschwache Menschen in Notlagen gibt es einige Möglichkeiten, günstiger an psychologische Hilfe zu kommen.

1. Psychotherapie mit Kostenzuschuss der Krankenkasse

 Die ÖGK (früher TGKK) finanziert nur eine begrenzte Zahl an Psychotherapie-Plätzen über das Tiroler Modell.

Leider unterscheiden österreichische Krankenkassen zwischen psychologischer Behandlung (beim Psychologen) und Psychotherapie (beim Psychotherapeuten).

Während psychologische Behandlung in Österreich selbst bezahlt werden muss, gibt es bei Psychotherapie (beim Psychotherapeuten) Möglichkeiten, die Krankenkasse zu beteiligen. Die Höhe dieses Zuschusses zu Psychotherapie hängt von Ihrer Krankenkasse ab.

KrankenkasseAlter NameZuschuss pro Psychotherapie-Einzelsitzung
ÖGK (Österreichische Gesundheitskasse)TGKK (Tiroler Gebietskrankenkasse)28,00 €
BVAEB (Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter, Eisenbahnen und Bergbau)VAEB (Versicherungsanstalt für Eisenbahnen und Bergbau) und
BVA (Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter)
40,00 €
SVS (Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen und Bauern)SVB (Sozialversicherungsanstalt der Bauern)
und
SVA (Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft)
40,00 €
Übersicht: Zuschüsse der österreichischen Krankenkassen zu Psychotherapie, Stand 01.04.2021

Beispiel: Sie absolvieren 5 Sitzungen á 50 Minuten bei einem Psychotherapeuten. Jede Sitzung kostet 80,00 €. Dann bezahlen Sie 5 × 80,00 € = 400 €. Von Ihrer Krankenkasse, der ÖGK holen Sie sich nun 5 × 28,00 € = 140 € zurück. Die restlichen 260 € haben sie also selbst bezahlt.

2. Psychotherapie mit dem “Tiroler Modell” (“Modellplatz”)

Die Suche nach einem Therapieplatz kann sehr schwierig sein.

Psychotherapie kann in Österreich auch als Sachleistung direkt mit dem Sozialversicherungsträger verrechnet werden. Das sind die häufig genannten “Modellplätze” oder Therapie im “Tiroler Modell”.

Ob Sie einen solchen Modellplatz bekommen können, hängt von 2 Voraussetzungen ab:

  1. Dem Schweregrad Ihrer psychischen Störung: Nur bei schwereren psychischen oder psychosomatischen Erkrankungen oder Störungen wird ein Modellplatz genehmigt, z. B. einer schweren Depression.
  2. Ihrer Krankenkasse: Alle Kassen bieten Modellplätze an, allerdings ist die Gesamtzahl der Modellplätze der ÖGK gedeckelt. Dann bleiben für jeden Psychotherapeuten nur eine begrenzte Anzahl von Modellplätzen, die er anbieten kann. SVS und BVAEB begrenzen ihr Kontingent nicht. Deshalb haben es ÖGK-Versicherte (früher TGKK) am schwersten. Tirols Psychotherapeuten können nur 2-6 Modellplätze für ÖGK-Patienten anbieten.

Ein Modellplatz ist meistens nicht kostenlos. Abhängig von Ihrer finanziellen Situation bezahlen Sie einen Selbstkostenbeitrag von 0-30 € pro Sitzung. Modellplätze gibt übrigens es auch für Kinder und Jugendliche (mit abweichenden Regelungen).

So finden Sie einen Modellplatz: Fragen Sie bei einem Psychotherapeuten aus der Modellplatzsuche nach, ob er einen freien Platz für Sie hat. Wenn Sie NICHT ÖGK-Versicherter sind, erwähnen Sie das schon am Telefon! Dann bekommen Sie viel eher einen Platz. Nach dem Erstgespräch holen Sie sich noch eine ärztliche Bestätigung, mit der der Therapeut einen Behandlungsantrag stellt.

3. Psychotherapeuten in Ausbildung (i. A.) – ab 30 €/h

Im letzten Teil ihrer Ausbildung dürfen angehende Psychotherapeuten bereits selbstständig mit Patienten arbeiten. Dabei werden sie von erfahrenen Psychotherapeuten begleitet und beraten (Supervision). Diese Psychotherapeuten i. A. bieten ihre Sitzungen oft zu günstigeren Preisen an (ab 30 €/Stunde).

Der Landesverband für Psychotherapie listet in seiner Online-Suche zurzeit für Innsbruck 65 Psychotherapeuten i. A.

4. Psychosoziale Beratung der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK)

Per Telefon erhalten Sie Auskunft zur psychotherapeutischen Versorgung in Tirol

Die Österreichische Gesundheitskasse (früher TGKK, Tiroler Gebietskrankenkasse) bietet eine kostenlose Hotline als Orientierungshilfe für Behandlungssuchende.

An die Hotline können Sie sich bei Symptomen wie Schlafstörungen, Ängsten, depressiven Verstimmungen, Essstörungen oder Selbstverletzungen wenden.

In einem vertraulichen Einzelgespräch wird dann abgeklärt, welche Behandlungsmethoden es gibt, wie lange eine Therapie dauert und wie hoch die Kosten wären.

5. Telefonische Gesundheitsberatung – 1450

Die Gesundheitsnummer hilft bei allen medizinischen, aber auch psychologischen Beschwerden.

Seit November 2019 ist die telefonische Gesundheitsberatung des Bundesministeriums für Gesundheit und der Sozialversicherungen unter 1450 (ohne Vorwahl) rund um die Uhr kostenlos erreichbar.

Die speziell geschulten KrankenpflegerInnen beraten, geben Empfehlungen und entsenden in Notfällen auch den Rettungsdienst. Besonders hilfreich, wenn Sie nicht wissen, ob sie sich an Hausarzt, Psychiater, Psychologen, Psychotherapeuten oder eine psychiatrische Ambulanz wenden sollen.

6. Klinische Psychologie | Klinik Innsbruck

Die Klinik Innsbruck ist einer der besten Ansprechpartner bei psychischen Problemen.

Die Abteilung “Klinische Psychologie und psychotherapeutische Ambulanz” bietet nicht nur für stationäre Patienten:

  • psychologische Diagnostik (Intelligenztests, Persönlichkeitstests, Neuropsychologische Untersuchungen),
  • psychologische Behandlung (Verhaltenstherapie, kognitive Depressionsbehandlung, Biofeedbacktraining, Entspannungstraining) sowie
  • Gutachten für Verkehrspsychologie und Waffenrechtliche Verlässlichkeitsprüfung.

7. Psychiatrische Ambulanz

Das Krankenhaus Hall ist erster Anprechpartner für Innsbruck Land. Außerdem unterhält es die Station für Kinder- und Jugendpsychiatrie Tirols

Ambulanzen sind die richtige Anlaufstelle bei akuten Fälle und Krisen, weniger psychiatrische Betreuung (darum kümmern sich eher niedergelassene Kollegen). Ihren Patienten bietet sie Beratung, Diagnostik und Therapie für psychische Probleme oder psychiatrische Krankheiten, die keiner stationären Behandlung bedürfen. Außerdem können Patienten, die aus dem stationären Bereich entlassen wurden, nachbetreut werden.

Die Ambulanz Psychiatrie der Klinik Innsbruck ist zuständig für den Bezirk Innsbruck-Stadt. Die Ambulanz Landeskrankenhause Hall ist zuständig für die Bezirke Innsbruck-Land und Schwaz.

8. Kinder- und Jugendpsychiatrie | Landeskrankenhaus Hall

In der KJ können Kinder und Jugendliche längerfristig stationär behandelt werden. Beispiele sind selbstverletzendes Verhalten, Borderline oder Essstörungen.

Die Abteilung Kinder- und Jugendpsychiatrie bietet psychologische Diagnostik, Beratung, Behandlung und Rehabilitation.

Behandelt werden psychiatrische Notfälle im gesamten Einzugsgebiet Tirol, Essstörungen, Entwicklungsstörungen oder selbstverletzendes Verhalten, bei Kinder und Jugendlichen bis 18 Jahren.

FAQ – Die häufigsten Fragen

Bezahlt die Krankenkasse meinen Psychologen?

Die Tiroler Gebietskrankenkasse (TGKK), jetzt ÖGK, bezahlt nur psychologische Diagnostik bei psychischen Störungen. Psychologische Behandlung müssen Sie selbst bezahlen. Eine kostenlose psychosoziale Beratung der TGKK/ÖGK finden Sie in der Liste oben.

Ist das Erstgespräch beim Psychologen gratis?

Das ist die Entscheidung des Psychologen. Die meisten Psychologen und Psychotherapeuten bieten kein gratis Erstgespräch an. Auch meine Erstgespräche werden ganz normal abgerechnet.

Wie lange dauert eine Stunde beim Psychologen?

Tatsächlich dauert eine Einheit beim Psychologen oder Psychotherapeuten nur 45 oder 50 Minuten, also keine ganze Stunde.

Wie viele Stunden dauert eine Psychotherapie durchschnittlich?

Zwischen 20 bis 300 Einheiten sind üblich. Das hängt von Ihnen, dem Therapeuten und seiner Methode/Psychotherapie-Schule ab. Kürzer sind Therapien, die sich auf Verhaltenstherapie stützen, am längsten dauert oft Psychoanalyse. Länger bedeutet nicht automatisch besser.

Wie viel kostet eine Stunde beim Psychologen?

Meist zwischen 80 und 120 €. Einen Überblick über die Kosten und alternative Möglichkeiten zur Finanzierung finden Sie in der Übersucht oben.

Wie oft in der Woche findet eine Therapie statt?

Die meisten Patienten und Psychologen vereinbaren für die erste Zeit wöchentliche Einheiten, später 14-tägige oder monatliche Intervalle.

Wie alt muss ich für eine psychologische Behandlung oder Psychotherapie sein?

Normalerweise kann man ab 14 Jahren selbst entscheiden, ob man eine Therapie machen will oder nicht. Für die Behandlung selbst gibt es keine Altersgrenze, auch Kinder profitieren von psychologischer Behandlung. Unter 14 Jahren entscheiden allerdings meist die Eltern.

Können mich meine Eltern zu Psychotherapie oder psychologischer Behandlung zwingen?

Nur im Ausnahmefall, wenn Deine Gesundheit oder Dein Leben stark bedroht sind. Es reicht nicht, wenn Deine Eltern es nur für sinnvoll halten. Außerdem ist in jeder Therapie die Mitarbeit des Patienten wichtig, deshalb muss er freiwillig da sein.

Erfahren meine Eltern, was ich mit dem Psychologen bespreche?

Nein, außer Du möchtest das. Psychologen und Psychotherapeuten sind gesetzlich zu Verschwiegenheit verpflichtet.

Wann erreiche ich Psychologen und Psychotherapeuten am besten?

Versuchen Sie, 5 Minuten vor der vollen Stunde anzurufen. Das ist oft die Zeit zwischen 2 Einheiten (Einheit beginnt z. B. um 13.00 Uhr, dauert 50 Minuten. Um 13.55 Uhr hat er wahrscheinlich kurz Zeit).

Muss ich vorher zum Arzt?

Nein. Sie können direkt mit dem Psychologen Kontakt aufnehmen.

Was ist der Unterschied zwischen Psychologe und Psychiater?

Psychologen haben ein Psychologiestudium absolviert. Wenn sie in Österreich Patienten behandeln wollen, benötigen Sie zusätzlich die Ausbildung zum Klinischen Psychologen. Psychiater machen stattdessen ein Medizinstudium und anschließend eine Facharztausbildung Psychiatrie. Deshalb dürfen Psychiater auch Medikamente wie Antidepressiva verschreiben.

Was macht man als Psychologe?

Die meisten Psychologen arbeiten mit Patienten (im klinisch-psychologischem Bereich). Sie erstellen Diagnosen zu psychischen Erkrankungen wie Depressionen, ADHS oder Persönlichkeitsstörungen (Borderline, Narzissmus …). Andere Berufsfelder sind Personalmanagement (Assessment-Center, Eignungstests), Organisationsberatung (Change Management), Arbeits- und Gesundheitsschutz, Schulpsychologie oder Rechtspsychologie.

Was ist besser: Psychologe oder Psychotherapeut?

Sie unterscheiden sich in ihren Ausbildungen: Psychologen haben ein Psychologiestudium und eine anschließende klinische Zusatzausbildung absolviert (um in Österreich Patienten behandeln zu können). Für Psychotherapeuten reicht unter Umständen eine Matura, sie erlangen die Berechtigung zur Behandlung durch die ca. 5-jährige Ausbildung zum Psychotherapeuten (Propädeutikum und Fachspezifikum). Nur Psychologen dürfen Diagnosen und Gutachten erstellen, behandeln dürfen beide Berufe. Wichtiger als die Berufsbezeichnung ist aber, dass Sie eine vertrauensvolle Beziehung aufbauen und dass Ihr Psychologe/Psychotherapeut ein Experte zu genau Ihrem Problem ist.

Was macht man bei einem Psychiater?

Ein Facharzt für Psychiatrie untersucht und behandelt krankhafte Veränderungen und Störungen der Gefühle (Emotionen), des Denkens (Kognitionen), der Stimmungen (Affekte), des Antriebs oder des Gedächtnisses. Sie sind Ärzte, deshalb dürfen Sie Medikamente verschreiben.

Was darf ein Psychologe nicht?

Psychologen dürfen keine Medikamente verschreiben, denn sie haben nicht Medizin, sondern Psychologie studiert. Dafür wird er aber in der Regel an einen Psychiater weiterverweisen.

Wie viel verdient man als Psychologe?

Für Deutschland gibt StepStone ein Durchschnittsgehalt von 42.876 € bei Berufseinstieg an – damit gehören sie zu den Geringverdienern unter Studienabgängern. Nach 5 Jahren steigt das Gehalt auf 47.400 €. Für Österreich sieht der SWÖ-Kollektivvertrag 3.088 €/Monat bei Berufseinstieg vor. Da viele ausgeschriebene Stellen lediglich Teilzeit anbieten, ist das reale Gehalt deutlich niedriger. Niedergelassene Psychologen mit Privatpraxis können ihre Stundensätze frei wählen, bei Ihnen hängt es also eher davon ab, wie gut besucht ihre Praxis ist.

Wie finden Sie einen Psychotherapeuten (nicht Psychologen) in Innsbruck?

Das Bundesministerium für Gesundheit führt eine Liste aller Psychotherapeuten Österreichs, sortierbar nach Wohnort und Psychotherapie-Schule. In der Liste des Tiroler Landesverbands für Psychotherapie können die Therapeuten außerdem melden, ob sie zur Zeit Modellplätze freihaben (nicht unbedingt aktuell). Außerdem hilft eine Telefonsprechstunde bei allgemeinen Fragen zur Psychotherapie. Manche Psychotherapeuten tragen sich auch in Verzeichnisse von privaten Anbietern ein. Die bekanntesten alternativen Verzeichnisse sind psyonline.at und herold.at.