Absolute Beginner – Zahlen, Ursachen, Hilfe

von Dr. Armin Kaser | Psychologe | 24.08.2022

Rund 5 % der Männer und 2 % der Frauen in Deutschland sind Absolute Beginner. Sie haben noch keine sexuellen Erfahrungen mit anderen Menschen gemacht. Was die Ursachen sind und welche Auswege es gibt, lesen Sie hier.

Coaching-erste-Beziehung-Kuss-Freundin

Zusammenfassung

Zwischen 2 bis 6 % der Erwachsenen haben keine sexuellen Erfahrungen. Unter Männern und Akademikern ist der Anteil noch höher. Die Ursachen liegen in der Persönlichkeit des Betroffenen (ungünstiger Bindungsstil, Neurotizismus, Love Shyness), mangelnden sozialen Skills, ihrer Freizeitgestaltung und unvorteilhaften gesellschaftlichen Entwicklungen.

Online-Partnerbörsen sind für Absolute Beginner wenig erfolgversprechend. Stattdessen können sie in Coaching oder Therapie ihre psychologischen Entwicklungsschritte nachholen, soziale Ängste abbauen und Schritt für Schritt lernen, im echten Leben am Partnermarkt teilzunehmen.

Mit einem längerfristigen Coaching oder einer Therapie schaffen es laut Studien 95 % auch der schweren Fälle von Love Shyness, am normalen Dating-Prozess teilzunehmen und beziehungsfähig zu werden.

Wer sind Absolute Beginner?

Wissenschaftler definierten “Absolute Beginner” als

  • Erwachsene über 25 Jahre,
  • die entweder noch gar keine sexuelle Erfahrungen gemacht haben oder trotz erster Erfahrungen bislang ohne Beziehung geblieben sind.
  • Ausgenommen sind Asexuelle (fehlendes Verlangen/Interesse) und jene, die freiwillig verzichten (z. B. christliches Zölibat o. ä.).

Zahlen und Statistiken

In einer Umfrage des Magazins “Zeitwissen” antworteten in Deutschland 2 % der 18-29-Jährigen Männer und Frauen an, noch keinen Sex gehabt zu haben. Noch mehr Absolute Beginner fand die Zeitschrift Neon. In ihrer Umfrage wurde nach Geschlecht unterschieden: 6 % der Männer und 4 % Frauen gaben an, noch keine sexuellen Erfahrungen zu haben.

In der Studie von Schmidt et al. (2000) wurden nur Studenten befragt. Unter Akademikern ist die Zahl an Absoluten Beginnern besonders hoch. Der Grund: Ein hohes Bildungsniveau der Eltern verzögert die sexuelle Aktivität ihrer Kinder.

QuelleAbsolute Beginner
Zeitwissen (2005)2 %18-29-Jährige
Neon (2008)6% Männer, 4% Frauen20-35-Jährige
Schmidt et al. (2000)14 % Männer, 7,5 % Frauen18-30-Jährige, nur Studenten/Akademiker

Je älter, desto schwieriger die Partnersuche

Zudem zeigte eine Studie von Parship (2005), dass es mit zunehmenden Alter schwerer wird, einen neuen Partner zu finden.

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Schon bei den 18 bis 30-Jährigen brauchen 8 % länger als 3 Jahre, um eine/n neue/n Partner/in zu finden. Bei den 51-60-Jährigen bleiben 45 % länger als 5 Jahre alleine.

Männer eher single

Auch zwischen den Geschlechtern gibt es deutliche Unterschiede. 60 % der Männer unter 30 Jahre sind Singles – bei Frauen sind es nur 35 %.

Ursachen

Die Gründe für ungewolltes Single-Sein können

  • in der Persönlichkeit des Absoluten Beginners selbst,
  • in der Gesellschaft mit ihren Normen und
  • in Engpässen auf dem Partnermarkt liegen.
Studie, warum Absolute Beginner keinen Partner finden

Engpässe auf dem Partnermarkt

Es gibt tatsächlich rechnerisch nicht genug passende Partner für alle.

Männerüberschuss bis 55

Die deutsche Geburtenstatistik nennt einen leichten Männerüberschuss von 2-5 %, der dann bis ins Alter von 55 Jahren reicht. Erst dann überwiegen Frauen, weil sie in der Regel älter werden.

Ältere Männer schnappen als den Jüngeren gleichaltrige Frauen weg

Generell bevorzugen Männer jüngere Partnerinnen, in allen Kulturen. In Deutschland sind Männer durchschnittlich 3,2 Jahr älter als ihre Partnerinnen. Zurück bleiben ein beträchtlicher Anteil an jungen Männern und älteren Frauen mit Schwierigkeiten am Partnermarkt. Das ist der Hauptgrund, warum in der Gruppe bis 30 Jahre 60 % der Männer, aber nur 35 % der Frauen ohne Partner sind (Baas et al, 2008).

Gebildete Frauen ziehen weg und in Städte

Aus wirtschaftsschwachen Regionen ziehen Frauen eher weg, z. B. aus Ostdeutschland mit einem Frauendefizit von bis zu 25 %. Sie finden wegen besserer Zeugnisse eher Ausbildungs- und Arbeitsplätze in begehrten Regionen. Männer bleiben in den abgehängten Regionen zurück.

Alltagsstruktur im Privatleben

Die beiden Partner brauchen eine Gelegenheit, sich überhaupt erst kennenzulernen. Singles selbst schätzen den Zeitmangel durch ihren Job als größtes Hindernis auf der Partnersuche ein.

Verschwinden der Ausgehkultur

In vielen Städten lässt sich ein Verschwinden von Bars, Diskotheken und Wirtshäusern beobachten. Damit fehlen auch Orte, an denen sich bisher 20 % der Paare kennengelernt haben. Dafür gibt es keinen Ersatz, auch nicht Online-Partnerbörsen.

Noch weniger Single-Treffs im Alter

Freizeitangebot und gesellschaftliche Normen, welche Aktivitäten dem Alter angemessen sind, beeinflussen die Partnersuche. Partys und Events mit hoher Partnermarktrelevanz gibt es eher für Jüngere. Gleichzeitig sinkt auch das Engagement der Singles auf Partnersuche. Ab einem Alter von 35 Jahren resignieren sie zunehmend (Häring et al., 2011). Sie versuchen gar nicht mehr, ihr schwache soziale Einbindung zu verbessern – sie geben auf (Wickenhöfer, 2004).

Schlechte Geschlechterdurchmischung

Selbst mit einem ausreichenden Freundes- und Bekanntenkreis können Kontakte zum anderen Geschlecht selten sein. In der Studie von Sprenger (2014) waren Absolute Beginner fast zur Gänze Absolventen von technischen Studiengängern (IT, Physik, Mathematik und Maschinenbau). Frauen sind in diesen Studiengängen selten zu finden.

Die (versteckten) Vorteile des Absolute Beginner-Lebens

Auch belastende, unzufriedenstellende Situation können Vorteile mit sich bringen – ähnlich dem sekundären Krankheitsgewinn in der Psychologie. So ergeben sich auch aus dem Leben als Absoluter Beginner einige bewusste und unbewusste Annehmlichkeiten. Sie mindern die Motivation, etwas am Absoluten Beginner-Dasein zu ändern.

Vorteile als Absoluter BeginnerNachteile als Absoluter Beginner
Gefühl der Sicherheit innerhalb der aktuellen KomfortzoneLeiden unter Einsamkeit, Isolation
Psychische und soziale AutonomieSexuelles Frustration
Sicherheit vor Zurückweisung und sozialer AblehnungMangelnde Selbstentfaltung
Unabhängigkeit in finanzieller und zeitlicher HinsichtGesellschaftliche Diskriminierung von Singles
Karrieremöglichkeiten, die mit einer Beziehung schwer vereinbar sind
Keine Nervosität und Anspannung bei Dates
Faktoren, die das Weiterleben als Absoluter Beginner beeinflussen.

Gesellschaftliche Entwicklungen ermöglichen Single-Leben

Dass Absolute Beginner in der modernen Gesellschaft ohne groß aufzufallen leben können, wurde erst durch soziale Entwicklungen im 20. Jahrhundert möglich.

Besonders für Frauen haben sich die Rahmenbedingungen verändert.

  • Die Öffnung des Arbeitsmarkts für Frauen ermöglichte ihnen eine unabhängige Lebensführung. Sie sind nicht mehr auf finanzielle Versorgung durch einen Ehemann angewiesen. Dadurch sinkt der Druck, sich auf Beziehungen einzulassen, auf Familiengründungen ebenso wie in Beziehungen zu verbleiben (auch sichtbar an gestiegenen Scheidungsraten).
  • Die Ansprüche an Beziehungen sind durch das Auflösen der traditionellen Rollenauffassungen von Mann und Frau gestiegen. Frauen nennen als häufigsten Trennungsgrund, dass sie sich von ihren Partnern eingeengt fühlten und sich nicht auf die Rolle der Hausfrau reduzieren lassen wollten (Meyer/Schulze, 1992).

Selbstverwirklichung und Autonomie wichtiger als Sicherheit und materielle Werte

Frühere Generationen wuchsen im Umfeld großer sozialer und wirtschaftlicher Unsicherheit (Weltkrieg, Wirtschaftskrisen) auf. Deshalb hatten materielle Sicherheit und soziale Geborgenheit große Bedeutung. Die moderne Gesellschaft kennt kaum solche Krisenzeiten und verzichtet deshalb vielfach auf Absicherung.

Wer “freiwillig” partnerlos bleibt, kann ein selbstbestimmtes Leben führen und trotzdem bei Bedarf auf ein staatliches Gesundheits- und Sozialsystem oder auf Pflege im Alter vertrauen. Besonders männliche Akademiker sind die “entschiedensten Verfechter persönlicher Unabhängigkeit” (Bachmann 1992).

Kurios: In einer Studie von Küpper (2000) gaben 33 % der Singles an, freiwillig partnerlos zu sein – kein einziger wollte aber für immer ohne einen festen Partner leben.

Veränderung in Berufsleben und Arbeitsmarkt

Keine Zeit durch den Job

Auch wenn die Gesamtentwicklung der Wochenarbeitszeit in Deutschland in den letzten 20 Jahren von 39 auf 33 h/Woche verringert hat, gilt das nicht für alle Sparten. Besonders Akademiker berichten von Mehrarbeit und psychischer Belastung. Es fehlt ihnen nicht nur die Zeit, sondern auch die Energie am Ende eines Arbeitstages, um an gesellschaftlich interessanten Freizeitaktivitäten teilzunehmen. Damit verpassen sie viele Gelegenheiten, einen potenziellen Partner kennenzulernen – denn 27 % haben ihren späteren Partner im Freundes- und Bekanntenkreis getroffen.

Besonders in kreativen und selbstständigen Berufen ist die Arbeit oft der wichtigste Lebensinhalt und tragende Säule des eigenen Selbstwerts. Ohne Trennung zwischen Beruf und Freizeit wird der Partner als “Störfaktor” empfunden.

Karriere als Ersatzbefriedigung

Gerade der Misserfolg in der Partnersuche lässt die Karriere als Ersatz noch wichtiger werden (Kunze, 1995). Deshalb investiert jeder dritte männliche Single und jeder vierte weibliche Single mehr Zeit in berufliches Weiterkommen als in private Beziehungen und Partnersuche (Bachmann 1992). Unternehmen, vor allem im kreativen Bereich, sehen sich gerne “wie eine große Familie” – und sind eigentlich ein Zeichen von gescheiterten privaten Beziehungen ihrer Angestellten.

Die strukturelle Schieflage erschwert die Partnersuche, verzögert und oft auch verhindert, dass ein Teil der Männer normale Entwicklungsschritte nicht machen (können). Wen es dabei trifft ist nicht zufällig, hier spielt auch die Persönlichkeit eine Rolle.

Ursachen in der Persönlichkeit

Absolute Beginner haben vor allem deshalb keine sexuellen Erfahrungen, weil sie sie sich anders sind, fühlen und verhalten. Das ist eine gute Erkenntnis, denn damit haben sie es selbst in der Hand, sich zu ändern – auch wenn das mit Mühe und psychologischer Arbeit verbunden ist.

Generelle Lebenszufriedenheit

Der überraschendste Studienbefund von Gilmartin (2013) ist, dass die generelle Lebenszufriedenheit einen massiven Einfluss darauf hat, ob derjenige viel Kontakt mit dem anderen Geschlecht hat. Glückliche Menschen wirken nicht nur attraktiver – Happiness ist auch die Voraussetzung für Selbstliebe, was wiederum zu einem liebevollen Umgang mit anderen Menschen führt.

Das gilt besonders für Männer. Während Freundschaften zwischen Frauen emotional tiefgehend sind, erfahren Männer eine tiefergehende Bindung meist nur in einer Beziehung. Absolute Beginner haben in der Regel noch keine einzige innige, enge Bindung erfahren.

Bindungsstile

Die Erfahrungen, die ein Kleinkind mit Bindung, Vertrauen und Bezugspersonen macht, prägen sein Verhalten für sein restliches Leben. Die Bindungstherorie nach Bolby (1975) beschreibt, wie sich aus den ersten Erfahrungen mit Mutter und Vater Verhaltensmuster entwickeln.

Noch im erwachsenen Alter beeinflussen diese Muster immer wieder, wie der Betroffene mit anderen Menschen umgeht – auch im Umgang mit dem anderen Geschlecht.

  • Ob er/sie grundsätzlich vertraut (oder zu Eifersucht neigt).
  • Ob er/sie zwischenmenschliche Beziehungen als befriedigend oder einengend/belastend erlebt.
  • Ob er/sie offen für neue Erfahrungen ist (oder lieber in der eigenen Komfortzone bleibt).

Studien (Küpper, 2000) zeigen, dass Singles bindungsängstlicher und -vermeidender sind. Sie sind in der Bindungstheorie häufig dem ängstlich/vermeidenden/ambivalenten Bindungstypen zuzuordnen (46 %), während bei Menschen in Beziehung der sichere Bindungsstil (81 %) überwiegt.

Psychologisches Profil

Psychologen verwenden das Fünf-Faktoren-Modell (Big-Five) um die Persönlichkeitsmerkmale von Menschen zu beschreiben. In der Studien von Neyer (1999) zeigte sich, dass sich Absolute Beginner deutlich von Menschen in Beziehungen unterscheiden:

  1. Weniger Offenheit für Erfahrungen: Absolute Beginner sind weniger aufgeschlossen für Neues, weniger experimentierfreudig und nehmen ihre positiven Gefühle schlechter wahr.
  2. Weniger Gewissenhaftigkeit: Menschen ohne Partner zeigten weniger Selbstkontrolle, Zielstrebigkeit und waren zuverlässiger als Vergebene.
  3. Weniger Extraversion: Absolute Beginner sind eher zurückhaltend, gerne allein und unabhängig. Sie gehen weniger leicht auf fremde Menschen zu, haben weniger Spaß an Gesprächen, Treffen und Partys.
  4. Weniger Verträglichkeit: Singles haben weniger Grundvertrauen in andere Menschen, sind seltener zu Kooperation bereit und geben zeigen weniger Empathie.
  5. Neurotizismus: Absolute Beginner nehmen negative Emotionen stärker wahr, erleben häufiger Angst, Nervosität, Anspannung, Trauer, Unsicherheit und Verlegenheit.

Die Kombination dieser Persönlichkeitsmerkmale bei Absoluten Beginnern führt dazu, dass ein bestimmter Lebensstil für sie angenehmer ist: mit wenig neuen Kontakten, viel Verweilen in der eigenen Komfortzone und Vermeiden von neuen, sozialen Situationen. Allerdings wären genau das die Situationen, in denen man am ehesten neue Partner kennenlernt.

Erfolgreiche, längerfristige Beziehungen verändern genau diese Persönlichkeitseigenschaften: Wenn (ehemalige) Absolute Beginner es schaffen, etwas Beziehungserfahrung zu erlangen, nehmen Neurotizismus-Werte ab, Extraversion, Gewissenhaftigkeit und Offenheit nehmen zu. Die Persönlichkeit der Absoluten Beginner reift in der ersten Beziehung also nach (Neyer/Asendorpf, 2001).

Traumatische Erlebnisse und Beziehungserfahrungen

Neben der frühkindlichen Erfahrung können auch spätere, gravierende Ereignisse den Umgang mit anderen Menschen beeinflussen. Absolute Beginner berichteten in Bodmanns (2000) Studie häufiger von traumatischen Erfahrungen in der Kindheit: Scheidung der Eltern, schwere Krankheit, Gewalt, Missbrauch.

Außerdem erzählen Absolute Beginner häufig von Mobbing, Ausgrenzung in Kindheit und Jugend, die das Selbstvertrauen nachhaltig schädigen. In Schule, Universität oder Job verfielen sie oft in die Rolle des Außenseiters.

Dazu passt Seligmans (1967) Konzept der erlernten Hilflosigkeit: Betroffene bekommen das Gefühl, ihr Schicksal generell nicht beeinflussen zu können. Dieser subjektive Kontrollverlust führt dazu, dass sie gar nicht mehr versuchen, den unangenehmen Zustand zu verändern. Sie geben auf, ohne dass es dafür (von außen betrachtet) einen Grund gibt.

Sozialer Status

Für viele ist überraschend, dass der soziale Status für Frauen das wichtigste (unbewusste) Kriterium ist (Kuhn & Ravazzini, 2017). Dementsprechend tun sich Männer schwer, die

  • aus tieferen Gesellschaftsschichten kommen,
  • finanziell weniger gut aufgestellt sind und
  • weniger formale Bildungsabschlüsse (Abitur, Studium) vorweisen können.

Attraktiv sind für Frauen hingegen Männer

  • in Führungspostionen in der Arbeitswelt,
  • mit angesehenen Hobbys wie (Musiker) oder
  • Berufe mit gutem Ruf (Architekt, Arzt, Bürgermeister),

weil sie ein sicheres Zeichen auf hohen sozialen Status sind.

Die Auswahl für Männer mit geringeren sozialen Status beschränkt sich daher in der Regel auf Frauen mit ebenfalls geringen sozialem Status. Umgekehrt haben genau diese Frauen aber die ganze Auswahl weil Männern der soziale Status der Frau recht egal ist.

“Der Chef hat kein Problem damit, seine Sekretärin zu heiraten.”

Daraus ergibt sich ein Mangel an potenziellen Partnern in den beiden Gruppen der gut ausgebildeten Akademikerinnen und der Männer mit niedrigen sozialem Status – zumindest wenn der erste Eindruck darauf hinweist.

Attraktivität

Die physische Attraktivität (“schön”, “sexy”) bestimmt im großen Maß, wie viel Auswahl an potenziellen Partnern man hat. Dabei gilt durchaus, dass Männer etwas mehr Wert auf die Attraktivität der Frau legen als umgekehrt (Buss et al., 1990) – allerdings ist der Unterschied gering. Frauen glauben ebenfalls, dass körperliche Attraktivität bei ihrer Partnerwahl eine geringere Rolle spielt – ihr tatsächliches Verhalten widerspricht dem aber.

Wichtig ist aber auch, ob sich die Person selbst attraktiv fühlt. 47 % der Absoluten Beginner glauben, nicht attraktiv genug für die Partnersuche zu sein – bei Menschen in fester Partnerschaft sind nur 9 % dieser Meinung (Donelly, 2001). Deshalb fehlt ihnen Selbstvertrauen in sozialen Situationen.

Welche Rolle spielt die physische Attraktivität bei Absoluten Singles?
Absolute Beginner haben ein sehr negatives Selbstbild.

Die Minimalansprüche hänge außerdem vom Ziel ab. Für eine feste Beziehung oder gar eine Ehe sind die Ansprüche höher als für eine kurze Affäre (Kenrick et al., 1990).

Weil sehr attraktive Menschen deshalb für einen großen Teil der Suchenden nicht erreichbar sind, passen die meisten ihre Minimalansprüche an die eigene Attraktivität an (Grammer, 1998). Umgekehrt ist es auch so, dass auch für ausgesprochen Attraktive der Partnermarkt nicht besser ist – sie versuchen, ihre höheren Ansprüche auch umzusetzen.

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Partnermarktwert

Der Partnermarktwert beschreibt, wie viele potenzielle Partner eine Person haben könnte. Oder anders formuliert:

“Wer unterdurchschnittlich aussieht, wenig Charme und einen langweiligen Beruf hat, kann sich seinen Traumpartner meist nicht aussuchen.”

Precht, 2009

Nun wird es schwer, wenn man sich häufig in Menschen verliebt, die einen wesentlich höheren Marktwert als den eigenen haben – was besonders bei Single-Männern oft zuzutreffen scheint (Bodmann, 2000).

Männer haben große Schwierigkeiten, den eigenen Partnermarktwert und jenen der Frau richtig einzuschätzen. Deshalb bemühen sie sich oft verzweifelt weiter um eine Frau mit eindeutig höherem Partnerwert – selbst wenn die Sache für Außenstehende offensichtlich aussichtslos ist.

Zu hohe Ansprüche

Frauen können eigentlich besser einschätzen, ob eine bestimmte Person “nicht ihre Liga” ist. Sie tappen hingegen in die Falle, ein sehr konkretes Idealbild ihres zukünftigen Partners zu haben. Jeder Neue wird an diesen festgelegten Kriterien gemessen.

Oft ist das eine Reaktion auf eine gescheiterte, vorherige Beziehung. Schon die Kombination einiger weniger seltener Kriterien (“überdurchschnittlich, attraktiv, über 1,90, Besserverdiener, kinderlos, religiös”) kann es aber unrealistisch machen, jemanden zu finden, der alle Wünsche erfüllt. Die Aussichtslosigkeit wird Betroffenen oft erst Jahre später bewusst (Wickenhöfer, 2004).

Verpasste Gelegenheiten und Entwicklungen

Es gibt eine Zeit im Leben, in der die meisten das erste Mal Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht machen: das erste Verlieben, der erste Kuss, das erste Mal Sex passieren in der Regel zwischen 12 und 20 Jahren. Dabei hilft, dass

  • Den jungen Menschen ihre Unerfahrenheit nicht negativ ausgelegt wird und
  • es viele Gelegenheiten gibt: Partys, große Freundeskreise, viel Freizeit.

Vor allem Männern muss es gelingen, ihre Schüchternheit in dieser Zeit abzulegen. Auch im Zeitalter dem Emazipation wird von den Männern erwartet den ersten Schritt zu machen – Ansprechen, nach Telefonnummer fragen, ein Date vereinbaren.

Diese sexuelle Entwicklung vom schüchternen Jungen zum selbstbewussten Mann kann im späteren Leben schwer nachgeholt werden. Forscher (Gilmartin, 1989) nennen diese besondere Form der Schüchternheit “Love-Shyness”, und sehen darin den Hauptgrund für Partnerlosigkeit.

Love-Shyness

Diese spezielle Schüchternheit in Liebesdingen entwickelt sich, wenn sich genetische Dispositionen und Reaktionen der Umwelt gegenseitig verstärken. In Untersuchungen (Gilmartin, 1987) zeigte sich, Absolute Beginner

  • wachsen eher als Einzelkind und ohne Schwester auf,
  • erfahren in der Familie wenig Wertschätzung oder werden überbehütet und
  • erleben in der Familie einen verklemmten Umgang mit sexuellen Themen.

Es entwickelt sich ein Teufelskreis, wenn schlechte und mangelnde Erfahrung mit dem anderen Geschlecht auch in der Gegenwart verhindert, dass bessere Erfahrungen gemacht werden können.

Menschen ohne Beziehungserfahrung sind schüchtern
Schüchternheit/Love Shyness verschlechtert die Chancen bei der Partnersuche enorm (Donnelly et al., 2001).

Die Misserfolge und versäumten Entwicklungen aus der Jugend verhindern bessere Erfahrungen im späteren Leben. Weitere negative Situationen zementieren die Unsicherheit und Inkompetenz im Liebesdingen.

Jungfrauen haben schon in Jugendjahren wenig Kontakt zum potentiellen Partnern
Absolute Beginner haben schon in der Jugend Entwicklungsschritte versäumt (Donnelly et al., 2001)

Während die Gleichaltrigen mit der Zeit immer mehr Social Skills anhäufen, fallen die Liebes-Schüchternen immer weiter zurück. Sie bekommen das

Erwachsene, die noch nie Sex hatten, bekommen das Gefühl, eine kulturelle Deadline für sexuelle Aktivität überschritten zu haben. Das äußert sich in Wut, Nervosität, Depression und Unsicherheit über die eigene Sexualität.

Donnelly et al., 2001

Mangelnde Social Skills

Auch die sozialen Fertigkeiten außerhalb von Liebesdingen scheinen bei Absoluten Beginnern vergleichbar niedrig zu sein. In der Studie von Wickenhöfer (2004) beschreiben sich Absolute Beginner als

  • sind in der Peergroup eher Außenseiter,
  • berichten von einschneidenden Mobbing-Erfahrungen und Hänseleien und
  • haben einen kleinen Freundes- und Bekanntenkreis.

Oft finden sich in ihrer Lebensgeschichte einschneidende Brüche wie ein Umzug, Schulwechsel oder Studienbeginn, nach dem der Aufbau einer neuen Peergroup nicht geklappt hat. Auch Scheidungen der Eltern oder früher Tod von Vater/Mutter können die normale soziale Entwicklung beeinflussen.

Absolute Beginner haben weniger Social Skills im Umgang mit potentiellen Partnern
Mangelnde Social Skills sind ein Hindernis in der Partnersuche (Donelly et al., 2001).

Die Beherrschung sozialer Fertigkeiten ist wichtig, um einen Ruf als angenehme und unterhaltsame Person zu entwickeln. Menschen mit guten sozialen Skillset werden häufiger zu Partys und Unternehmungen eingeladen und lernen dabei mehr potenzielle Partner kennen. Sie erlangen auch eher Zeichen von hohem sozialen Status, materiell (Jobmöglichkeiten, Geld) als auch immateriell (Ansehen, Wertschätzung), was wiederum attraktiv macht.

Auf der anderen Seite führen schlechte soziale Fertigkeiten zu weiteren negativen Erfahrungen, peinlichen, unangenehmen Situationen. Als Ausweg sehen die Betroffenen manchmal Alkohol (um sich Mut anzutrinken) oder eben die freiwillige Isolation und Verzicht auf weitere Annäherungsversuche. So kann es aber kein Ausbrechen aus dem Teufelskreis geben.

Flirtverhalten

Es ist offensichtlich, dass man mehr potenzielle Partner kennenlernt, wenn man fremde Menschen anspricht. Das gilt besonders von Männern: von ihnen wird erwartet, den ersten Schritt zu machen. In Bars werden Frauen ca. 20-mal so häufig angesprochen wie Männer – abwarten angesprochen zu werden ist für sie keine Option.

“Ein Mann der nicht den Mut hat, mich anzusprechen, kommt für mich gar nicht infrage.”

Dahinter steckt weniger Schüchternheit generell, sondern die Angst vor Ablehnung in dieser konkreten Situation. Während Schüchternheit ein langfristiges Persönlichkeitsmerkmal ist, kann man die Angst vor dem Ansprechen recht schnell ablegen, indem man sich der Situation wiederholt stellt.

Für erfolgreiches Ansprechen gibt es Ratgeberliteratur, die auf die Besonderheiten dieser ersten Kontaktaufnahme vorbereitet. Sie beschreibt,

  • wie gute Gesprächseröffnungen aussehen können,
  • wie das Gespräch auf privatere, interessante Themen gelenkt werden kann,
  • wie man sich selbst als attraktiven Menschen und
  • wie man aus dem Gespräch heraus Date-Gelegenheiten vorschlägt.

Ein wichtiger Aspekt ist der Umgang mit Zurückweisungen – erfolglose Menschen tendieren dazu, die Ursachen für Misserfolge persönlich zu nehmen (interne Attribution nach Heider, 1958). Erfolgreiche Menschen schreiben die Erfolge sich selbst zu und nehmen an, dass es an unglücklichen Umständen oder am Zufall lag, wenn es nicht geklappt hat.

Den ersten Schritt wagen

Die Erfolgschancen beim Ansprechen sind für Männer extrem unterschiedlich und reichen von praktisch 0 % bei sehr Unerfahrenen, Ungeschickten bis zu nahe 50 % bei sehr Erfahrenen. Dabei spielt die physische Attraktivität tatsächlich eine untergeordnete Rolle.

Absoluten Beginnern fehlen diese Fähigkeiten zum Ansprechen von Frauen in der Regel völlig – einerseits, weil sie diese Entwicklung in der Jugend versäumt haben und ehrlicherweise auch, weil sie sich später nie das Herz genommen haben, dieses Defizit selbst nachzuholen.

Tinder, Parship – Die Illusion der Partnerbörsen

Online-Partnerbörsen sind generell eine schlechte Idee – und besonders für Absolute Beginner eine Falle, die damit viele Jahre ihres Lebens verschwenden.

  1. Extrem erfolglos: Im Durchschnitt verbringen Nutzer von Singlebörsen 12 Stunden/Woche mit durchschauen von Profilen und Nachrichten zur Kontaktaufnahme, schauen bei jedem Einloggen rund 200 Profile an. Männer müssen im Schnitt über 100 Anfragen für einen Match versenden. In rund der Hälfte der Matches wird auf die folgende Nachricht trotzdem nicht geantwortet. Ein Drittel der Männer erreichen auf Partnerbörsen keine einzige Verabredung.
  2. Der Grund: Wie viele Anfragen die Nutzer bekommen, ist extrem ungerecht verteilt. “The winner takes it all” – Sehr wenige werden mit Anfragen überschwemmt, während die überwiegende Masse so gut wie keine Matches erzielt. Wie Eliana Silver, die es in Großbritanniens Top 15 “most swiped right” auf Tinder geschafft hat, lediglich auf 2 Dates ging und ihren Partner dann offline im Freundeskreis kennengelernt hat (Zitat: “works 100 times better”).
  3. Gleichzeitig sind die Ansprüche der Frauen auf Partnerbörsen enorm: die gezeigten Männer beurteilen sie zu 80 % als “ausgesprochen unattraktiv”. Wichtig sind ihnen dabei Körpergröße, ökonomischen Status und physische Attraktivität.
  4. Die meisten Nutzerinnen sind auf Single-Börsen gar nicht an einer Liebesbeziehung interessiert. 41 % befinden sich bereits in einer festen Beziehung. Frauen nutzen Partnerbörsen vorrangig zur Unterhaltung und um den eigenen Selbstwert zu pushen anstatt zur tatsächlichen Partnersuche (Barrada & Castro, 2020).
  5. Nur etwa 20 % der Nutzer schaffen es jemals, über Tinder mindestens einen One-Night-Stand anzubahnen. Genau diese kleine Gruppe schafft das auch problemlos im echten Leben. Partnerbörsen sind also allenfalls für bereits erfahrene Menschen hilfreich (Grøntvedt et al., 2020).
  6. Nutzer von Partnerbörsen sind durchschnittlich unzufriedener mit ihrem Sexleben, besorgter um ihre Sexualität. Abgesehen vom Suchtpotential, berichten sie häufiger von depressiven Gefühlen (Strubel & Petrie, 2017).
Wie viele Matches bekommen Frauen durchschnittlich auf Tinder und Parship?
Matches auf Tinder, Parship, und Elitepartner sind extrem ungerecht verteilt.

Folglich finden sich in den Online-Partnerbörsen gerade jene Menschen wieder, denen der Erfolg im echten Leben verwehrt bleibt. Während sich 87 % der Absoluten Beginner online auf Partnersuche begeben, machen das nur 18 % der sebstbewussten, Non-Love-Shys (Gilmartin, 2013).

“Die Online-Partnerbörsen entpuppen sich zunehmend als Anziehungspunkt für unseriöse Geschäftemacher, Aufschneider, Lügner und krankhaft amouröse Witzbolde.”

Frankfurter Allgemeine Zeitung-Artikel, Der Schmu mit den Singlebörsen

So lernen sich nur rund 6 % der Paare im Internet kennen. Viel erfolgsversprechender ist die Suche im Freundeskreis, am Arbeitsplatz, auf Partys und Events.

Beste Orte um Single-Frauen kennenzulernen
Nur 6 % der Beziehungen werden über Tinder, Parship und anderen Online-Partnerbörsen vermittelt (spiegel.de).

Fazit: Online-Partnerbörsen – egal ob Tinder, Parship oder Elitepartner sind keine Lösung für Absolute Beginner. Im Gegenteil: Sie schaffen beste Voraussetzungen dafür, Jahre des Lebens zu verschwenden, von einer Enttäuschung in die nächste zu stolpern und dabei in der eigenen Persönlichkeitsentwicklung kein bisschen vorwärtszukommen.

Therapie & Coaching

Jede Therapie und jedes Coaching startet mit der Festlegung eines Ziels:

  • Mehr Frauen in Ihrem Leben?
  • Vom Online-Dating ins Real Life-Dating?
  • Mehr Selbstvertrauen?
  • Aufarbeiten schlechter oder traumatischer Erlebnisse aus der Kindheit?

Weil die Ursachen dafür, ein Absoluter Beginner geblieben zu sein, sehr vielfältig sind, ist jedes Coaching indivduell. Dennoch gibt es gemeinsame Punkte, an denen alle Betroffenen arbeiten müssen.

  1. Abbau von Ängsten und Unsicherheiten im Umgang mit dem anderen Geschlecht.
  2. Eine Korrektur der Rollenbilder Mann vs. Frau – welche Erwartungen haben Partner an mich, ganz im Widerspruch zum transportierten Rollenbild in Medien, Filmen und Liedern.
  3. Was unterscheidet ein Kennenlernen als Freund und Verführung für den Aufbau einer Liebesbeziehung?
  4. Wie gehe ich besser mit Zurückweisung um – und warum ist sie unvermeidlich auf dem Weg zu einer Besserung?
  5. Welche äußerlichen Merkmale sollten verändert werden, um mich attraktiver erscheinen zu lassen – wie wirke ich männerlicher/weiblicher und weniger androgyn?
  6. Wie kann ich Gespräche/Dates lenken, sodass ich als sexuell begehrenswerter Partner wirke?
  7. Welche unbewussten inneren Überzeugungen und erlernten psychologischen Verhaltensmuster hindern mich an der Partnersuche im echten Leben?
  8. Wie bekomme ich ein besseres Gefühl für meine eigenen Empfindungen und Emotionen?
  9. Wie spreche ich andere Menschen nicht nur intellektuell an, sondern berühre sie in Gesprächen auch emotional?
  10. Wie vermittle ich anderen Menschen ein Gefühl von Vertrautheit, Geborgenheit?
  11. Wie kommuniziere ich meine sexuellen Bedürfnisse, wenn ich mir aus einer Freundschaft mehr erhoffe?

Wie Therapien und Coachings für Absolute Beginner funktionieren

Erfolgreiches Ansprechen, Kennenlernen, eine interessante Person sein, Verführung und Beziehungsaufbau sind Fertigkeiten, die wie eine Sportart erlernt werden können.

Sich auf Partys, Dates und in sozialen Situationen wohlzufühlen, braucht Übung und Kenntnis der oft unbewussten, jedenfalls unausgesprochenen Regeln. In einer Therapie können diese Fertigkeiten vermittelt werden.

Steigerung von Selbstwert – Mut aufbauen

Ein wichtiger Schritt ist der Aufbau von Selbstvertrauen und einem positiven Selbstbild. Übungen und Rollenspiele verschaffen Sicherheit und Vertrautheit mit typischen Situationen bei Kennenlern- und Datingphasen – der Betroffene ist dann geübt und vorbereitet, wenn es darauf ankommt.

Situationen analysieren

Im Laufe der Therapie wird der Absolute Beginner Fortschritte machen: erstes eigenständiges Ansprechen, erste Verabredungsversuche und Dates. Diese Ereignisse werden in der Therapie besprochen und analysiert: wo verhalte ich mich ungünstig, wodurch vermittle ich Unsicherheit oder den Eindruck ein schlechter potenzieller Partner zu sein?

Techniken aus der psychologischen Verhaltenstherapie wie vertikale und horizontale Verhaltensanalysen decken zugrundeliegende Ursachen und ungünstige Gedanken auf.

Kommunikation

In Dating und Beziehungsalltag spielen jene Teile der Kommunikation eine wichtige Rolle, die über die Sachebene hinausgehen: Selbstoffenbarung, Appellseite, Beziehungsseite (Vier-Seitenmodell der Kommunikation, von Tuhn, 1989). In der Therapie lernen Absolute Beginner, die unausgesprochenen Teile zu lesen und zu verstehen.

Non-Verbale Kommunikation ist ebenfalls erlernbar – es gibt Verhaltensweisen, die den Sprecher stark und sicher erscheinen lassen. Emotionen spiegeln, ruhige Gestik und Mimik können eingeübt werden. Jene Verhaltensweisen, die Unsicherheit vermitteln, werden identifiziert und schrittweise abgelegt.

Kleidung & Stilberatung

Die physische Attraktivität hängt nicht nur von körperlichen Merkmalen – Größe, Gewicht, Gesichtsform ab. Auch Kleidung, Stil und Pflege tragen zu einem attraktiven Ersteindruck bei.

Deshalb ist Stilberatung ein wichtiger Teil des Prozesses – welcher Kleidungsstil wirkt attraktiv, wie vermittle ich mit Kleidung und Styling, ein begehrenswerter Partner zu sein? Welche unbewussten Signale senden Männer und Frauen durch ihr Äußeres im Datingprozess?

Gesprächstechniken

Spannende, aufregende Gesprächspartner haben gelernt, sich selbst und ihr bisheriges Leben in emotional bewegende Geschichten zu verpacken. Storytelling kann man erlernen. Dazu gehört auch, die spannenden Anteile des eigenen Lebens vorzubereiten, sodass sie bei Dates und Kennenlernphasen leichter präsentiert werden können. So kommt es nicht mehr zu peinlichem Schweigen.

Aufbau von Freundeskreisen

Die meisten lernen ihren späteren Partner im Bekannten- und Freundeskreis kennen. Deshalb ist Teil der Therapie, den eigenen sozialen Zirkel aktiv zu vergrößern. Es werden Listen mit Personen im Umfeld erstellt, die infrage kommen. Es werden Routinen eingeübt und Pläne erstellt, um bestehende Kontakte zu vertiefen. Außerdem wird nach Veranstaltungen und Events gesucht, auf denen man leicht neue Freunde finden kann.

Arbeit am unsicheren Bindungsstil

Viele absolute Beginner haben in frühester Kindheit ungünstige Bindungserfahrungen mit ihren Eltern gemacht. Vernachlässigung, Gewalt oder autoritäre Erziehungsmethoden haben verhindert, dass sie ein grundsätzliches positives Bindungsmuster entwickelt haben.

In der Therapie werden diese unsicheren Bindungsstile verändert. Dann fällt es leichter, Vertrauen aufzubauen und sich in engeren Bindungen wohlzufühlen.

Arbeit an den eigenen Vorstellungen

Ohne Beziehungserfahrung haben Absolute Beginner gar kein Bild davon, was sie von einem Partner tatsächlich erwarten – und welche Erwartungen eher vorgeschoben sind. Welche Merkmale sind wichtig, wenn es eine stabile Beziehung werden soll? Welche Gemeinsamkeiten und Überzeugungen müssen Paare teilen, um langfristig glücklich zu sein?

Wie viel muss ich in eine funktionierende Beziehung investieren – an Zeit, Aufmerksamkeit und Arbeit? Welche Kompromisse kann ich eingehen und trotzdem zufrieden zu sein?

Wichtig ist auch, die eigenen Ansprüche zu ergründen: Gibt es eigene Mindestanforderungen, die es unrealistisch machen, einen Partner zu finden? Sind meine Ansprüche eher Selbstschutz als tatsächlich Bedürfnisse, die ich habe? Welche unbewusste Rolle spielt die physische Attraktivität einer potenziellen Partnerin für mich?

Auch die Vorstellung hinsichtlich eigener und fremder Sexualität ist bei Absoluten Beginnern verzerrt. Das Bild, das sie von Filmen (speziell Pornografie) vermittelt bekommen, entspricht kaum der gelebten Sexualität in Beziehungen. In der Therapie werden Ängste genommen, Leistungsdruck abgebaut und realistisches Bild vermittelt.

Praktische Übungen im echten Leben

Neben den Rollenspielen in der Therapie muss der Absolute Beginner auch im echten Leben üben. Das beginnt mit sehr einfachen, niederschwelligen Aufgaben – etwa fremde Passanten auf der Straße zu grüßen. Schwierigere Aufgaben sind dann alleine zu Veranstaltungen zu gehen bis hin zu Mutproben, die deutlich außerhalb der Komfortzone liegen.

Aufbau von Freizeitverhaltens

Attraktive Menschen führen ein attraktives Leben. Deshalb wird in der Therapie systematisch nach neuen Hobbys und Freizeitmöglichkeiten gesucht und diese nach und nach ausprobiert.

Das ist Arbeit an der eigenen Lebenszufriedenheit – denn in Partnerschaften sind jene Menschen erfolgreichsten, die auch im Leben allgemein glücklich und zufrieden sind.

Arbeit an psychischen Begleiterkrankungen

Erfahrungsgemäß leiden viele Absolute Beginner in leichter Form an psychischen Begleiterkrankungen. Häufig sind Depressionen, Angststörungen, extreme Schüchternheit und Computerspiel-Sucht. In einer Therapie werden diese berücksichtigt werden und ggf. auch medikamentös behandelt.

Dauer einer Therapie

Wie das Erlernen eines Instruments braucht das Einüben von sozialen Skills, Aufbau eines attraktiven Lebensstils und Veränderung an der Persönlichkeit ausreichend Zeit.

Die besten Erfahrungen machen Absolute Beginner, die sich auf 2 wöchentliche Sitzungen (45 min) für 12 Wochen bis 6 Monaten einstellen. In Studien konnten 95 % der Absoluten Beginner in diesem Zeitraum das Ziel “Kann ohne Probleme mit dem anderen Geschlecht interagieren und Spaß dabei haben” erreichen. Das galt auch für schwere Fälle von “Love-Shyness” (Gilmartin, 2013).

Dr. Armin Kaser - Psychologe mit Online-Beratung

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Prognose

Um das Absolute Beginner-Sein hinter sich zu lassen, muss der Teufelskreis aus schlechten Erfahrungen, Erfolgslosigkeit, Rückzug und Resignation unterbrochen werden.

Wenige glückliche Zufälle

Das passiert am besten, indem die Betroffenen positive Erfahrungen machen. Je älter die Absoluten Beginner werden, desto unwahrscheinlicher wird es allerdings, dass ihnen diese Erfahrungen einfach zufallen. Ein Nachholen der natürlichen Entwicklungsphasen der Pubertät gelingt alleine kaum und wenn nur in einzelnen Elementen (Bode, 2005).

Manchen gelingt es, sich Hilfe im Freundeskreis zu holen, wenn sie ihr Problem offenbaren: Es gibt Berichte von erfolgreichem “Verkuppeln” im Freundeskreis oder von Partnerinnen, die selbst den ersten Schritt gemacht haben und den Absoluten Beginner mit viel Geduld und Verständnis beziehungsfähig gemacht haben.

Zudem scheitern Beziehungen bei Ungeübten in der Regel schon nach kurzer Zeit. Deshalb ist es selbst nach erfolgreichen Dates oder dem ersten Mal Sex noch nicht geschafft.

Die meisten Absoluten Beginner brauchen psychologisches Coaching oder Therapie

Mit professionellen Coachings und Therapien für Absolute Beginnern schafften in Studien über 95 % der Absoluten Beginner, ihre Love-Shyness abzulegen. Sie holen versäumte Entwicklungsschritte nach und können dann am normalen Dating-Prozesse mit Kennenlernen, Beziehung und Heirat teilzunehmen. Eine solche langfristige Therapie wirkt besonders auch in schweren und hartnäckigen Fällen (Gilmartin, 2013).

Das neue Selbstvertrauen, Mut, erlangte soziale Skills und erhöhte Beziehungsfähigkeit wirken sich auch außerhalb von Dating und Beziehungen aus. Patienten berichten, dass sie dadurch auch in der Arbeitswelt und im familiären Umfeld besser zurechtkommen, bessere und tiefere Freundschaften entwickeln können (Gilmartin, 2013).

Auch die generelle Stimmung verbessert sich – wegen der Erweiterung der Komfortzone – durch die Aufnahme neuer Hobbys und Freizeitbeschäftigungen (egal ob mit Partner oder alleine).

Entwicklung bleibt dauerhaft

Die beste Nachricht ist, dass erarbeitet Fortschritte dauerhaft und permanent bleiben. Verständnis für unausgesprochene Teile der Kommunikation, Einblicke in die Lebenswelt des anderen Geschlechts, Vertrautheit mit Beziehungsaufbau, -pflege und Selbstvertrauen bleiben auch dann, wenn eine Beziehung wieder in die Brüche gehen sollte.

Reifungsprozesse sind generell irreversibel – und das ist gut so. Der eigentliche Erfolg der Therapie ist nicht, endlich eine erste Beziehung zu finden oder den Makel der Jungfräulichkeit loszuwerden.

Es geht darum, ein begehrenswerter, attraktiver Partner zu werden, der ganz natürlich Menschen des anderen Geschlechts in seinem Leben hat und darauf vertrauen kann, bei Bedarf wieder bald einen neuen Partner zu finden.

Tipps

  • Bauen Sie sich einen Freundes- und Bekanntenkreis auf, der selbst ein sozial aktives Leben führt. Schlagen Sie keine Einladungen aus.
  • Setzen Sie Ihre Prioritäten neu. Vorrang hat die Partnersuche – das schließt Veranstaltungen am Abend ein. Auch wenn das zulasten ihres Arbeitsalltags gehen sollte.
  • Bleiben Sie bei Veranstaltungen und Partys nüchtern, nur so lernen Sie schnell dazu.
  • Setzen Sie sich verbindliche Ziele, z. B. jede Woche eine Veranstaltung besuchen, auf der Sie noch nie waren.
  • Konzentrieren Sie sich darauf, Fortschritte zu machen. Jede Enttäuschung und Ablehnung bringt sie ihrem Ziel näher.
  • Weihen Sie ihren bestehenden Freundeskreis und enge Vertraute in ihre Partnersuche ein. Viele Absolute Beginner berichten, dass sie massiv Unterstützung bekommen, wenn sie das Schweigen brechen.
Dr. Armin Kaser - Psychologe mit Online-Beratung

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Die 3+besten Videos

Mitte 20 und ohne Beziehung | Techniker Krankenkasse

Eine Reportage über Absolute Beginner, über die Rolle von Erziehung und wie sie mit Therapie versäumte Entwicklungsschritte nachholen können.

Wie ist das Jungfrau mit 29 zu sein | Funk

Reportage über einen 29-Jährigen, der noch keine sexuellen Erfahrungen sammeln konnte. Er erzählt von fehlgeschlagenen Beziehungsanbahnungen und großem Leidensdruck.

Will mich denn keiner – Mit 30 noch Jungfrau | WDR

Dokumentation über Absolute Beginner mit sozialen Ängsten, über den Einfluss der Religion und ihre Erfahrungen mit Online-Partnerbörsen.

Die besten Bücher

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Und wer küsst mich? Absolute Beginners – Wenn die Liebe auf sich warten lässt

von Maja Roedenbeck | Amazon.

Ein sehr einfühlsames Buch, mit Interviews mit Absoluten Beginnern. Eher eine Beschreibung der Betroffenen und ihrer Geschichten als ein Ratgeber.

Buch für Absolute Beginner - für die Liebe ist es nie zu spät

Für die Liebe ist es nie zu spät: Absolute Beginner

von Monika Büchner | Amazon.

Ermutigendes Buch einer Sexologin, für Menschen, die noch keine sexuellen Erfahrungen gemacht haben. Schwerpunkt auf der Arbeit mit dem eigenen Körper, eher als Ergänzung zu Coaching/Therapie.

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Shyness & Love: Causes, Consequences, and Treatment

von Brian G. Gilmartin | Amazon.

Ein psychologisches Fachbuch für Psychologen und Therapeuten zu Love Shyness, mit ausführlichen Kapiteln zu Therapie und Prävention. Außerdem Autor von “The Shy Man Syndrome“.

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Unberührt: Menschen ohne Beziehungserfahrung

von Arne Hoffmann | Amazon.

Viele Erfahrungsberichte von Absoluten Beginnern, allerdings wenig konkrete Hilfe.

Beziehungsexpertin Stefanie Stahl über Bindungsängste in Beziehungen

Jein!: Bindungsängste erkennen und bewältigen

von Stefanie Stahl | Amazon.

Deutschlands bekannteste Autorin von psychologischen Büchern zu Beziehungs- und Bindungsangst. Zeigt mit vielen Beispielen, wie ungünstige Bindungsstile aus der Kindheit Beziehungen im Erwachsenenalter verhindern können.

Artikel, Studien & Diskussionen

Die Presse berichtet häufig von Absoluten Beginnern, Beziehungslosigkeit und sexueller Unerfahrenheit. Allerdings beschreibt sie eher die Verzweiflung und fehlgeschlagene Versuche in Online-Partnerbörsen wie Tinder, Parship oder Elitepartner, als auf psychologische Ursachen und wirksame psychologische Therapien und Coachings einzugehen.

Artikel in Zeitschriften und Magazinen

spiegel.de: Über 30 und ungeküsst: Wie sich ein Leben ohne Beziehung und Sex anfühlt beschreibt einen 34 Jährigen, groß, durchtrainiert, gebildet, der aber trotzdem der unter seiner Langzeit-Beziehungslosigkeit leidet.

spiegel.de: Selbsthilfe für erwachsene Jungfrauen – Leben ohne Sex berichtet vom großen Leidensdruck der ungewollt Enthaltsamen. Mit Männerrechtsaktivist Arne Hoffmann.

Frankfurter Allgemeine: Jungfrau, männlich, 38 sucht… über einen Absoluten Beginner, der seit der Scheidung seiner Eltern unter Selbstwertproblemen leidet und für die Partnervermittlung einen Kredit über 7000 € aufgenommen hat – vergeblich.

Frankfurter Allgemein: In Zuletzt geküsst im Kindergarten erzählen Absolute Beginner von Ausgrenzung und unangenehmen Situationen, wenn sie keinen Partner vorweisen können.

Süddeutsche Zeitung: Wenn der Sex auf sich warten lässt – Jungfrau mit Ende 30 über verpasste Entwicklungsphasen, Scham und Stigmata. Mit Sexualforscher Jakob Pastötter und Sexualtherapeutin Beatrice Wagner.

Spektrum der Wissenschaft: Unfreiwillig Jungfau über einen 30-jährigen IT-Spezialisten, der mithilfe einer Psychotherapie den Ausweg geschafft hat. Mit Sexualtherapeut Christoph Joseph Ahlers.

zeit.de: In Noch nie Sex und 33 Jahre alt – der harte Weg zur ersten Partnerin berichtet von wöchentlichen Treffen einer Absolute Beginner-Selbsthilfegruppe in Berlin. Mit Christoph Joseph Ahlers.

Die besten Studien

Sprenger (2014), Männliche Absolute Beginner: Ein kommunikationswissenschaftlicher Ansatz zur Erklärung von Partnerlosigkeit.

Portingale et al. (2022) Love me Tinder: The effects of women’s lifetime dating app use on daily body dissatisfaction, disordered eating urges, and negative mood: zeigt, dass die Nutzung von Online-Partnerbörsen mit gestörtem Essverhalten und depressiven Gefühlen zusammenhängt.

Orosz et al. (2018): The personality, motivational, and need-based background of problematic Tinder use: belegt, dass Männer in Online-Partnerbörsen vorrangig nach Sex suchen, Frauen hingegen nach Selbstbestätigung.

Apostolou & Wang (2019): The Association Between Mating Performance, Marital Status, and the Length of Singlehood: über die Gründe, warum Absolute Beginnern, keinen Erfolg am Partnermarkt haben. Außerdem: jene Gruppe, die freiwillig single bleiben will hat vergleichbar schlechte Fähigkeiten in “Mating Performance”.

Apostolou (2021): Involuntary singlehood and its causes: The effects of flirting capacity, mating effort, choosiness and capacity to perceive signals of interest – Die Studie ergab vier Gründe, warum Absolute Beginner keinen Partner finden: Ihnen fehlen Fähigkeiten im Flirt, sie schaffen es nicht, Interessenssignale zu erkennen, sie bemühen sich zu in der Suche zu wenig und sie haben höhere Ansprüche.

Die besten Diskussionen

Quora: Would you date someone with no dating experience? Die meisten der Antwortenden würden sich auf ein Date mit einem Absoluten Beginner einlassen. Jene, die ein solches Date ablehnen, begründen das aus Sorge, dass sie keine Beziehung auf Augenhöhe befürchten oder dass sie sich von einem erfahreneren Partner eine stabilere Beziehung erwarten.

Quora: Do girls look down on guys with no dating expirience? Die Frauen antworten, dass sie eher generelle Unsicherheit, unangenehme Dates und Gespräche ablehnen als die Date-Erfahrung selbst.

Reddit: Basically no relationship experience – Post eines 30-jährigen Absoluten Beginners mit vielen aufmunternden Antworten, die ihn zur Entwicklung des eigenen Selbstwerts, Überdenken der eigenen Rollenvorstellungen und zur Therapie seiner Pornosucht bewegen möchten.

Planet Liebe: Ich bin ein Absoluter Beginner – Über erfolglose Partnersuche im Internet und unfreiwilliges Abrutschen in die “Friendzone”.

Hilferuf: Absolute Beginner – Post einer 28-jährigen Frau, deren Umfeld nicht glauben will, dass an der Partnersuche verzweifelt.

Elitepartner: Absolute Beginner – wie damit umgehen? Über jahrelange erfolglose Partnersuche im Internet und versäumte Entwicklung in der Studienzeit.

Gofeminin: Was haltet ihr von Absolute Beginners? Gemischtes Feedback von den Frauen, teilweise befürchten sie, dass der Betroffene unreif und unselbstständig sein könnte.

abtreff.de: Größtes Forum zu Absoluten Beginnern und Partnersuche mit über 1.000.000 Beiträgen.

Podcasts & Radio

SRF Radio: Liebe lernen: Absolute Beginner mit 40

Apple Podcasts: 30, weiblich, Jungfrau – Der Absolute-Beginner-Podcast

Quellen

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Bachmann, R. (1992): Singles. Zum Selbstverständnis und zum
Selbsterleben von 30- bis 40-jährigen partnerlos alleinlebenden Männern und Frauen. (Europäische Schriftenreihe: Reihe 22, Soziologie; Bd. 235) Frankfurt
am Main: Lang.

Barrada, J.R., & Castro, Á. (2020). Tinder Users: Sociodemographic, Psychological, and Psychosexual Characteristics. International Journal of Environmental Research and Public Health, 17.

Bode, S. (2005): Die vergessene Generation. 2. Auflage. München; Zürich: Piper.

Bodmann, M. M. (2000): Dem Single-Dasein auf der Spur. Pädagogischpsychologische Bedingungsfaktoren für Partnerlosigkeit im mittleren Erwachsenenalter. Marburg: Tectum.

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Gilmartin, B. G. (1987b): Shyness and love: Causes, consequences and treatment. Lanham, Maryland: University Press of America. Amazon.

Gilmartin, B. G. (1989): The shy-man syndrome. Why men become loveshy and how they can overcome it. Lanham, Maryland; New York; London: Madison Books. Amazon.

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Grammer, K. (1998): Signale der Liebe. Die biologischen Gesetze der Partnerschaft. 3. Auflage. Hamburg: DTV.

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Meyer, S.; Schulze, E. (1992): Balancen des Glücks. Neue Lebensformen: Paare ohne Trauschein, Alleinerziehende und Singles. 2., durchgesehene Auflage. München: Beck.

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Parship.de Single-Studie 2005 (leider offline).

Precht, R. D. (2009): Liebe. Ein unordentliches Gefühl. 2. Auflage. München: Goldmann.

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Sprenger, R. (2014): Männliche Absolute Beginner. Springer-Verlag.

Schmidt, G., Dekker, A., Matthiesen, S. (2000): Sexualverhalten. In: Schmidt, G. (Hrsg.): Kinder der sexuellen Revolution. Kontinuität und Wandel studentischer Sexualität 1966 – 1996. Gießen: Psychosozial-Verlag.

Strübel, J. & Petrie, T. (2017). Love me Tinder: Body image and psychosocial functioning among men and women. Body Image. 21. 10.1016/j.bodyim.2017.02.006.

Von Thun, F. S. (1999): Miteinander reden 2 – Stile, Werte und Persönlichkeitsentwicklung. Differentielle Psychologie der Kommunikation. Rowolt.

Wickenhöfer, O. (2004): Unfreiwillig Single. Eine Studie zur Sozialisationsgeschichte und kulturellen Praxis. Marburg: Tectum.

Zeitwissen (2005) Asexualität, Magazin, Woche 19.

FAQ – Häufige Fragen

Wie ist Absolute Beginner definiert?

Absolute Beginner sind erwachsene Menschen, die keine Erfahrungen mit Geschlechtsverkehr haben. In wissenschaftlichen Studien werden manchmal noch Altersgrenzen festgelegt, etwa bei Wickenhöfer (20 bis 50 Jahre) oder Sprenger (18-35 Jahre).

Wieviele Absolute Beginner gibt es in Deutschland?

Zwischen 2 und 6 % der Erwachsenen haben noch keinerlei sexuelle Beziehungserfahrung. Unter Akademikern ist der Anteil jedoch deutlich höher.

Kann eine Therapie/Coaching Absoluten Beginnern helfen?

In Studien half eine psychologisches Coaching 95 % der Absoluten Beginnern ihre Ängste abzubauen und Dating-spezifische Skills zu erlernen, sodass sie danach geübt und ganz normal am Dating-Prozess teilnehmen konnten. Besonders bei schweren Fällen von Love-Shyness war die psychologische Therapie erfolgreich.

Warum bleiben manche Menschen Absolute Beginner?

Die häufigsten Ursachen sind: Versäumte Entwicklungsschritte im Jugendalter, mangelndes Selbstvertrauen, fehlende soziale Skills im Beziehungsaufbau, Schüchternheit/Love Shyness und ein Alltag, in dem man auf wenige potentielle Partnerinnen trifft.

Dr. Armin Kaser - Psychologe mit Online-Beratung

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