5 Dinge, die glücklich machen – Kinder, Geld,…?

Eigene Kinder, mehr Geld, mehr Freizeit, Freunde und Ehrenamt – können wir damit ein glücklicheres Leben erzwingen? Studien aus der Psychologie beantworten diese Frage mit Fakten.

Studie zu Glück und Psychologie 5 Tipps

Fakt 1: Eigene Kinder

Lärmende Kinder der Nachbarn machen nicht glücklich – das steht fest. Eine Studie mit über 7000 Teilnehmern (Gratis PDF) zeigte, dass es überraschenderweise vom Alter der Eltern abhängt, ob eigene Kinder glücklicher machen.

  • Sehr junge Eltern (unter 23 Jahre) fühlen sich vor der Geburt zufriedener/glücklicher als kinderlose. Schon bei der Geburt jedoch ist dieser Glücksbonus wieder verschwunden – sie sind ab jetzt wieder ungefähr so glücklich wie vorher.
  • Die Eltern zwischen 23 und 34 Jahren trifft es noch mehr: Vor der Geburt sind sie zwar glücklicher als die kinderlosen aber schon mit der Geburt ist es damit vorbei. Ihr Glückslevel liegt dann sogar unter dem der Kinderlosen. Damit macht sie ihr Nachwuchs eher unzufriedener.
  • Die Glückspilze sind überraschend die Älteren. Sind die Eltern bei der Geburt des Kindes 34 oder älter bleibt ihr Glückslevel auch nach der Geburt dauerhaft höher als bei Kinderlosen.

Fakt 2: Mehr Geld

Wenig überraschend hilft ein höheres Einkommen dabei, ein glückliches Leben zu führen. Bis zu einem bestimmten Punkt, danach bringt zusätzliches Geld nicht mehr zusätzliches Glück. Dieser Punkt ist von Land zu Land verschieden, mit geradezu bescheidenen Europäern:

  • Deutschland (und Österreich): 50.000 €/Jahr
  • USA: 76.000 €/Jahr (95.000 $)
  • Weltweit: 95.000€/Jahr

Männer vs. Frauen

Dabei sind weltweit die Männer etwas genügsamer, sie erreichen das Maximum schon bei 90.000 €. Frauen haben gerne noch mehr: 100.000 €. Von diesen Summen ist der Durchschnittsbürger in allen Staaten jedoch weit entfernt. Das Durchschnittseinkommen in Deutschland ist 2018 ca. 42.000 €.

Fakt 3: Mehr Freizeit

Ausgeruhte Menschen fühlen sich gesünder und zufriedener70% wünschen sich mehr Freizeit als sie aktuell haben, mehr Ruhe und Erholung. Optimal sind zwischen 5 und 6 Stunden Ruhe – am besten über den Tag verteilt. Wer noch länger ausruht wird schon wieder unglücklicher.

Fakt 4: Freunde

Wenig überraschend: Je mehr Zeit Menschen mit ihren Freunden verbringen desto glücklicher (Gratis PDF) fühlen sie sich. Dabei ist es wichtig, dass es nicht einfach irgendwer ist. Aus Studien zu Wohnbedingungen weiß man, dass Bewohner von dichtbesiedelten Gebieten eher unglücklich sind. Auf glücklichmachende Nachbarn kann man also nicht hoffen.

Eine bemerkenswerte Ausnahme sind besonders intelligente Leute: Verbringen sie ausgesprochen viel Zeit mit Freunden werden sie wieder etwas unglücklicher. Dafür gibt es noch keine Erklärung, nicht mal von den schlauen Leuten selbst.

Fakt 5: Anderen helfen

Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren fühlen sich gesünder und glücklicher – aber nur wenn sie älter als 40 sind. Jüngere profitieren davon nicht.

Quellen

Psychologie Heute, September 2018

M. Myrskylä, R. Margolis: Happiness: before and after the kids. Demography, 51/5, 2014, 1843–1866. DOI: 10.1007/s13524-014-0321-x

A. T. Jebb, L. Tay, E. Diener, S. Oishi: Happiness, income satiation and turning points around the world. Nature Human Behaviour, 2, 2018, 33–38. DOI: 10.1038/s41562-017-0277-0

P. L. Norman. S. Kanazawa: Country roads, take me home… to my friends: How intelligence, population density, and friendship affect modern happiness. British Journal of Psychology, 107/4, 2016, 675–679. DOI: 10.1111/bjop.12181

M. Tamir u.a.: The Secret to Happiness: Feeling Good or Feeling Right? Journal of Experimental Psychology: General, 146/10, 2017, 1448–1459. DOI: 10.1037/xge0000303

A. Kim, S. J. Maglio: Vanishing time in the pursuit of happiness. Psychonomic Bulletin & Review, 2018, DOI: 10.3758/s13423-018-1436-7

Claudia Hammond: How being alone may be the key to rest. BBC News, 27.9.2016, www.bbc.com/news/magazine-37444982