Pubertät und Computerspiel-Sucht – Geht das wieder weg?

Studien zeigen, dass Jugendliche von allen Altersgruppen das größte Risiko haben, computerspielsüchtig zu werden. Eine Erklärung ist, dass die schwierige Zeit der Pubertät Stress auslöst, der wiederum die Anfälligkeit für Computerspiel-Sucht erhöht.

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Der Übergang von Kindheit zum Erwachsenwerden ist für die Jugendlichen eine schwierige Zeit. Der Körper verändert sich auf ganz grundlegende Weise, das Nervensystem und Hormone haben in dieser Zeit einen großen Einfluss auf Psyche und Verhalten des Jugendlichen.

Die Anforderungen an den Jugendlichen steigen

  • Loslösung von den Eltern
  • Entdeckung der eigenen Sexualität
  • Erhöhter Leistungsdruck in Schule oder Ausbildung
  • Einfluss von Freunden und Peergroup

Pubertät: eine herausfordernde Zeit

Die Pubertät führt bei vielen Jugendlichen zu erhöhtem Stress und Belastungen. Häufig sind als Folge:

  • Verhaltensauffälligkeiten, z.B. exzessives Computerspielen
  • Aggressivität und Impulsivität
  • Stimmungsschwankungen (emotionale Instabilität)
  • Psychosomatische Beschwerden, z.B. Kopfschmerzen, Reizdarm u.v.m.

Glücklicherweise verschwinden bei vielen Jugendlichen später diese Verhaltensauffälligkeiten und psychischen Beeinträchtigungen wieder, sobald die Anforderungen nachlassen. Also, wenn die Entwicklungsaufgaben gemeistert sind, gehen Aggressivität, Kopfschmerzen wieder weg, aus dem exzessiven Computerspielen wird im Idealfall wieder eine unproblematische Spieldauer.

Computerspiel-Sucht als Entwicklungskrise

Für die Statistik bedeutet diese Phase aber, dass einige Jugendliche mit eigentlich unproblematischer Spieldauer mehr spielen, mehr zurückziehen und dann die Kriterien für einer Computerspiel-Sucht erfüllen. Nach der Pubertät kehren sie mehr ins alltägliche Leben zurück und fallen wieder aus der Statistik, weil sie die Kriterien dann wieder nicht mehr erfüllen.

Fazit: Hoffnung auf Spontanremission

Bei Jugendlichen besteht deshalb die berechtigte Hoffnung, dass es mit dem Abschluss der Pubertät zu einer Spontanremission kommt: die Symptome wieder von alleine weggehen.

Klinische Psychologen nennen das ein passageres psychopathologisches Phänomen, wenn das psychische Problem auf einen bestimmten Lebensumstand zurückzuführen ist und dann mehr oder weniger von alleine verschwinden.

Trotzdem ist es in schweren Fällen sinnvoll, sich professionelle Hilfe zu holen. In der Jugend werden viele wichtige Weichen für die Zukunft gestellt.